18.03.2016, 13:46 Uhr

Taekwondo: Guter Einstand für Filip Stöberl

Tullner Taekwondoin endgültig in höchster Leistungsklasse angekommen

TULLN (red). Am Wochenende fanden in Marchtrenk die Offenen Oberösterreichischen Landesmeisterschaften im Taekwondo statt. Der Tangun Tulln besuchte das stark besetzte Turnier diesmal nur mit einer verkleinerten Auswahl an Sportlern, an deren Spitze wie immer Obmann Dietmar Brandl stand, der auch als Referee im Einsatz war. Auch der Tullner Trainer Dominik Schindl war als Kampfrichter mit angereist. Parallel wurden auf drei Kampfflächen die Formenbewerbe (Poomsae) und Kämpfe (Kyorugi) ausgetragen.

Den Anfang aus Tullner Sicht machten die mitgereisten Nachwuchshoffnungen Amelie Fink und Anna Doschek. Erstere startete in der Klasse Schüler weiblich LK2 in einem mittelgroßen Teilnehmerfeld. Zwar reichte es bei diesem Einsatz noch nicht ganz fürs Stockerl, dennoch zeigte sich das Trainerteam um die junge Tullnerin zufrieden. Vor allem von Schindl kam entsprechend großes Lob: „Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns, aber man sieht, dass Amelie fleißig trainiert. Besonders erfreulich ist es, dass sie konkrete Anweisungen der letzten Trainingswoche auch unter dem Meisterschaftsdruck direkt umsetzen konnte.“
Leider ging auch die zweite Rosenstädterin diesmal leer aus. Sie leistete sich in der ersten Form einen gravierenden Fehler, sodass sie auf die Topplatzierungen keine Chance mehr hatte. Trotzdem ist sie nicht ganz unzufrieden: „Ich weiß, der Fehler war unnötig und hat mich wohl eine gute Platzierung gekostet. Aber dennoch konnte ich in der Gesamtwertung – und das mit diesem Fehler – mithalten. Da wäre einiges möglich gewesen, das ist eine Motivation fürs nächste Mal!“

Um einiges besser lief es für Filip Stöberl. Der Zwölfjährige stieg mit der letzten Gürtelprüfung auf den 2. Kup (roter Gürtel) in die höchste Leistungsklasse auf und startet nunmehr in der Kategorie Kadetten männlich LK1. Das bedeutet zweierlei: Einerseits klarerweise eine viel härtere Konkurrenz, andererseits aber auch einen neuen Austragungsmodus. Darf in der LK2 noch frei gewählt werden, welche Poomsae präsentiert wird, so entscheidet in der LK1 das Los. Dementsprechend muss auch das Training auf eine größere Bandbreite potenziell zu laufender – und immer anspruchsvoller werdender – Formen umgelegt werden. Im Semifinale der gut bestückten Klasse bekam Stöberl die 6. und die 8. Schülerform (Taeguk Yuk Jang (Wasser-Lebendigkeit) sowie Pal Jang (Erde – Quell des Lebens)) zugewiesen. Damit war klar, es würde nicht einfach werden, ins Finale aufzusteigen. Dennoch beeindruckte der junge Tullner seine Trainer: „Das kontinuierliche Training der letzten Monate wirkt sich aus, Filip läuft konzentrierter und zielsicherer.“ So gelang tatsächlich der Aufstieg ins Finale, wo es mit der 5. Schülerform (Taeguk Oh Jang (Wind)) und der 1. Meisterform (Koryo – Korea; die Einheit, der Gelehrte) noch einmal schwieriger wurde. Stöberl ging konsequent zu Werke und schrammte nur um Haaresbreite an einer Medaille vorbei. Somit blieb der undankbare vierte Platz für den Tullner, was nichts daran ändert, dass er endgültig in der höchsten Leistungsklasse angekommen ist. Auch in dieser Kategorie wird in Zukunft mit ihm zu rechnen sein!“

Herbert Tschellnig ging in der Klasse Senioren männlich LK1 an den Start, wo er die 3. und die 6. Meisterform (Taebaek (Heiliger Berg) und Jitae (Erde-alles kommt aus ihr und kehrt in sie zurück)) zugelost bekam. Bei ihm machte sich das viele Training bezahlt, er durfte sich über eine Bronzemedaille im Einzel freuen. Noch besser lief es für ihn im Teambewerb mit seinen Trainingskollgen vom Verein aus Freistadt, sie brillierten und holten sich die verdiente Goldene ab.

Eine der besten Performances des Tages lieferte Savo Kovacevic in der Klasse Junioren männlich LK1. Er präsentierte unter den aufmerksamen Augen der Anwesenden zwei nahezu tadellose Formen. Dennoch hieß es am Ende des Bewerbs bloß Silber für den jungen Tullner – eine Entscheidung, die keiner der Zuschauer nachvollziehen konnte. Auch unter den Kampfrichtern machte sich Unruhe breit – sie alle hatten individuell Kovacevic auf Platz eins gesehen. Schließlich wurde der Fehler entdeckt: Ein Problem mit der Software hatte dazu geführt, dass bei Kovacevic die Streichwertungen korrekt abgezogen wurden, bei dem vermeintlichen Sieger wurden sie jedoch irrtümlicherweise mit einberechnet. So hieß der verdiente Goldmedaillengewinner schlussendlich doch Savo Kovacevic, der sich nach der Bereinigung des Fehlers mit einem Respektabstand von mehreren Punkten durchsetzen konnte. Auch im Paarbewerb mit Kollegin Sigrid Walch von Taekwondo Tragwein machte er eine gute Figur, und die beiden holten sich verdienterweise vor den anderen Paarungen die Goldmedaille ab.

Im Kyorugi (Vollkontaktkampf) startete Salma Saidi. Die Achtjährige schlug sich in einer so frühen Phase ihrer Kämpferkarriere wacker, musst aber einige Treffer hinnehmen. Schlussendlich war für sie im Semifinale Schluss, dennoch blieb ihr immerhin die Bronzemedaille. Coach und Vater Mohamed „Chilli“ Saidi dazu: „Es ist egal, was am Ende des Tages rauskommt – Gold, Silber, Bronze, oder gar keine Medaille – für mich ist es wichtig, dass sie jetzt einmal Mattenerfahrung sammelt. Von der wird sie später dann, wenn es um die großen Turniere geht, profitieren.“ Amelie Fink, die auch im Poomsae-Bewerb gestartet war, stieg ebenfalls auf die Matte. In einem spannenden Finalkampf lief sie zur Höchstform auf und hielt ihre Gegnerin auf Abstand, bis diese schlussendlich aufgeben musste. Das bedeutete die Goldene für die junge Tullnerin!

Insgesamt zeigte sich der Betreuerstab der Tullner sehr zufrieden mit den gebotenen Leistungen: „Die Kurve zeigt nach oben – das ist wichtig, wir befinden uns mitten in der Saison!“ Schon am kommenden Samstag findet nämlich die Burgenland Open statt, bei der der Tangun Tulln wieder vertreten sein wird.
Einfache und effiziente Selbstverteidigung beim Tangun Tulln
Die in den Semesterferien abgehaltenen Selbstverteidigungsworkshops waren ein voller Erfolg, auch zu den Folgeterminen in den Osterferien haben sich wieder rund 40 Interessierte angemeldet. Um der Nachfrage gerecht zu werden und vor allem auch jenen die Berufstätig sind die Möglichkeit zu bieten an einem solchen ersten „SV-Schnuppertraining“ teil zu nehmen, findet vom SA 02.04. bis SO 03.04.2016 erstmals ein Wochnend-Seminar statt.
Daran anschließend startet mit 10.04.2016 ein 10 wöchiger Intensivkurs der jeweils Sonntag Nachmittags vertiefend auf die Inhalte der vorangegangenen Schnupperseminare eingeht.
Die Leitung obliegt wieder in den bewährten Händen von Dragan Paunovic, Träger des 3. Dan und staatlich geprüfter Taekwondo Instruktor. Dieser hat im Verein seit Jahren die Sparte Selbstverteidigung über und möchte nun sein Wissen auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.
„Ich möchte meinem Mitbürgern und Mitbürgerinnen zeigen, wie man sich im Falle des Falles richtig, und vor allem effizient, zur Wehr setzen kann“, so der erfahrene Taekwondoin, der selbst Vater vierer Töchter ist: „Vor allem für Jugendliche, die beginnen, abends auszugehen, ist es heutzutage ein Muss, zumindest die grundlegendsten Verteidigungstechniken zu beherrschen, um ich Opfer eines nächtlichen Angriffs zu werden.“


ERGEBNISSE OÖ-LM:

KOVACEVIC Savo
GOLD – Poomsae LK 1 Einzel Junioren bis 17 Jahre
GOLD – Poomsae LK 1 Paar Junioren

TSCHELLNIG Herbert
GOLD – Poomsae LK 1 Team über 30 Jahre
BRONZE – Poomsae LK 1 Einzel Herrn bis 60 Jahre

FINK Amelie
GOLD – Kyorugi LK 2 Schüler weiblich +50 Kg (Nachwuchs)
6. Platz – Poomsae LK 2 Einzel Schüler weiblich (Nachwuchs)
11. Platz – Poomsae LK 2 Paar Schüler (Nachwuchs)
SAIDI Salma
BRONZE – Kyorugi LK 2 Schüler weiblich -33 Kg (Nachwuchs)

STÖBERL Filip
4. Platz – Poomsae LK 1 Einzel Kadetten männlich

DOSCHEK Anna
11. Platz – Poomsae LK 2 Einzel Junioren weiblich (Nachwuchs)
11. Platz – Poomsae LK 2 Paar Schüler (Nachwuchs)

FOTOS:
2016-03-12-OÖ-LM-TeamTangunTulln
v.l.n.r: Amelie Fink, Salma Saidi, Mohamed „Chilli“ Saidi, Anna Doschek, Savo Kovacevic, Herbert Tschellnig.

Filip STÖBERL- Taekwondo Club Tangun Tulln
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