12.10.2016, 16:41 Uhr

Eine Renaissance der Sammeltaxis in Urfahr-Umgebung

(Foto: davis/Fotolia)

Einst aus Kostengründen als zu teuer verteufelt, setzen Gemeinden wieder stärker auf Sammeltaxis.

BEZIRK (fog). Für Mühlviertler Speckgürtelbewohner ist es oft schwierig, wenn sie die Kultur- und Freizeiteinrichtungen der Landeshauptstadt nützen möchten, aber nicht auf das Auto angewiesen sein wollen. Beispiel: Ein autoloser Puchenauer überlegt sich vermutlich dreimal, ob sich die Kinovorstellung im Cineplexx oder ein abendliches Theaterstück im Musiktheater noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ausgeht. Denn der letzte Zug verlässt um 22.37 Uhr den Mühlkreisbahnhof und der letzte Bus am Hinsenkampplatz fährt um 23 Uhr ab. Regelmäßiges Taxifahren kann ins Geld gehen. Der Ruf nach einem Sammeltaxi für die Region wird lauter. "Zum Beispiel ein Sammeltaxi vom Musiktheater nach Walding wäre bequem. Die lästige Parkplatzsucherei bliebe auch erspart", meint etwa der Waldinger Harald Mülleder.
Nun gehen die Meinungen auseinander, ob es eine Angelegenheit der Gemeinde ist, bei der Mobilität etwas beizusteuern. Die Prüfbehörde der Bezirkshauptmannschaft empfahl den Gemeinden ab der Finanzkrise 2008 die Sammeltaxis abzuschaffen, vor allem den Abgangsgemeinden. Diese "Empfehlungen" wurden auch großteils befolgt. "Müssen wir unseren Leuten das Fortgehen in Linz finanzieren", lautete der Tenor der damaligen Zeit. Weil sich aber das Gutscheinsystem für Jugendliche weniger bewährte, führten die Gemeinden teilweise die Sammeltaxis wieder ein – zum Beispiel Ottensheim im Jahr 2012.

Walding dazu gewinnen

Auf Antrag der SPÖ Ottensheim wurde kürzlich sogar die Ausweitung des AST-Sammeltaxis 6969 im Gemeinderat beschlossen (siehe Zur Sache rechts). "Die Befürchtungen, dass die Sammeltaxi-Kosten für die Gemeinde explodieren werden, haben sich nicht bestätigt. Das Sammeltaxi wurde gut genutzt und die Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren positiv", sagt Gemeindevorstand Franz Bauer (SPÖ). Auch die ÖVP Ottensheim, insbesondere die JVP, hat sich für das Sammeltaxi eingesetzt. ÖVP-Bürgermeister Franz Für-#+eder versucht jetzt, die Waldinger auf das "6969er" umzustimmen. Diese setzen auf das Sammeltaxi 2244, das von allen Haltestellen der LinzLinien um 11,90 Euro bis nach Walding fährt. "Je mehr Gemeinden dabei sind, umso günstiger wird es", so Füreder. Die Waldinger sind laut Vizebürgermeister Claus Putscher (SPÖ) aber mit ihrem jetzigen Taxi zufrieden. Ins Boot holen könnten die Ottensheimer noch die Puchenauer, die derzeit die Angelegenheit im Sozialausschuss behandeln.
"Meiner Ansicht nach, muss es sozial gerechtfertigt sein. Ein Erwachsener, der normal verdient, kann sich eine normale Taxifahrt nach Puchenau, die nicht viel mehr als zehn Euro kostet, leisten. Wenn Bedarf besteht, muss es geprüft werden, aber fix sind wir noch nicht dabei", meint Bürgermeister Gerald Schimböck (ÖVP).
Florian Zwettler von der SPÖ in Puchenau würde eher ein Nachtbus-System an Freitagen und Samstagen zwischen 24 und 5 Uhr begrüßen, das alle Gemeinden zwischen Linz und Feldkirchen abdeckt.

• Der Ottensheimer Gemeinderat beschloss die Erweiterung des AST-Taxis 6969. Neben den bisherigen Einstiegsstellen Hauptplatz, um 7 Euro und Posthof, um 9 Euro bis Ottensheim (Bahnhof oder Marktplatz) pro Person gibt es voraussichtlich noch im Herbst zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten am:
Hauptbahnhof: 8 Euro
Musiktheater: 8 Euro
Lenaupark (A1): 9 Euro
Cineplexx: 10 Euro
WIFI: 10 Euro
Kepler Uni: 11 Euro
• "Heimbringer-Service" in Ottensheim mit dem Taxi um 2,40 Euro pro Kilometer

• AST-Taxis nach Ottensheim verkehren an Werktagen ab 23.30 Uhr im Stundentakt bis 3.30 Uhr. Um die Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz an Sonn- und Feiertagen zu schließen, gibt es für Ottensheimer auch die Möglichkeit um 5 Uhr morgens sowie um 20 und 21 Uhr ein Sammeltaxi 6969 zu bestellen.
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Gernot Fohler aus Urfahr-Umgebung | 12.10.2016 | 16:43   Melden
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