30.08.2016, 16:08 Uhr

Solidarität nach Unwetter: Afritzer packen bei Aufräumarbeiten mit an

Unglaubliche Geröllmassen! FF-Männer, Soldaten und die Bevölkerung packen an, um wieder Ordnung zu schaffen (Foto: Pekoll)

Nach den heftigen Unwettern: Bezirksfeuerwehr-Kommandant Libert Pekoll über die Aufräumarbeiten in der Afritzer Ortschaft Kraa.

AFRITZ. Libert Pekoll ist Feuerwehr-Kommandant des Bezirks Villach-Land. In seinen Verantwortungsbereich fallen die unwetterbedingten FF-Einsätze in den Gemeinden Afritz, Arriach und Treffen. Die WOCHE sprach mit ihm über die Zustände in der am schlimmsten betroffenen Afritzer Ortschaft Kraa.

WOCHE: Wie würden Sie die Situation in Kraa beschreiben?
PEKOLL:
Fürchterlich! Ein unvorstellbarer Dreck. Die Situation ist wirklich schlimm. Es ist vor allem absurd, den mittlerweile wieder brav vor sich hinrinnenden Bärenbach zu sehen, der das alles verursacht hat. Ich hätte diesen Bach nie für so gefährlich gehalten.

Können Sie das Ausmaß der Vermurungen beschreiben?
Ich kann das nicht abschätzen, aber ich sehe hier auf einer Länge von 400 Metern so unglaublich große Felsbrocken, dass ich mich frage, wie der kleine Bach dieses Material anschwemmen konnte.

Was sagen die Experten der Wildwasserverbauung?
Dass es sich um eine unglückliche Kombination von Umständen gehandelt haben muss. Extrem viel Regen in kurzer Zeit, dazu die eine oder andere Verklausung. Dann kann der Wahnsinn sprichwörtlich von einer auf die andere Sekunde losbrechen.

Wie viele Feuerwehrmänner sind in Kraa im Einsatz?
Konstant rund 40. Dazu die 60 Pioniere vom Bundesheer. Und es helfen sehr, sehr viele Afritzer mit. Der Zusammenhalt der Bevölkerung hier ist wirklich außerordentlich gut. Jeder packt mit an. Das ist, wenn man so will, der erfreuliche Teil an dieser Misere.

Wie lange werden die Aufräumarbeiten dauern?
Ich gehe davon aus, dass die Häuser in ein bis zwei Tagen wieder halbwegs sauer sind. Das Geröll auf den Weisen abzutransportieren, das kann noch länger dauern. Eine Woche Minimum, schätze ich.

Sie selbst sind aus der Nachbargemeinde Arriach. Wie sieht es dort aus?

Vergleichsweise harmlos. Es gibt Keller, die unter Wasser stehen, und Bäume, die umgefallen sind. Das Übliche bei einem stärkeren Unwetter. Die Situation in Kraa ist deutlich schlimmer.

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