20.03.2016, 12:00 Uhr

Ein Weihkorb voller Köstlichkeiten

Nur noch wenige Tage sind es noch bis zur Speisensegnung. Gottfriede Podobnik erzählt, was alles in den Weihkorb gehört.

EISENKAPPEL- VELLACH. 40 Tage dauert die Fastenzeit. Viele Menschen verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, Süßigkeiten und vieles mehr. Auch Gottfriede Podobnik aus Eisenkappel- Vellach, hält sich an die 40- tägige Fastenzeit, die für sie zu Ostern dazugehört. "Früher hat man ja noch viel strenger gefastet als heutzutage. Zu Ostern wurde dann immer so viel gegessen, dass danach alle krank waren", scherzt die Bäuerin.

Selbstgekochter Schinken

Im Weihkorb darf vor allem etwas nicht fehlen: der Schinken. Diesen kocht Gottfriede Podobnik jedes Jahr selbst: "Unser Schinken ist selbstgekocht. Auch die Würste, die ich in den Weihkorb lege, machen wir auf unserem Hof selbst." Nach der 40- tägigen Fastenzeit, ist es für sie ein wahrer Genuss, wieder Fleisch essen zu dürfen.

Der Kärntner Reindling

Auch der typische Kärntner Reindling gehört in den Weihkorb. "Ich backe jedes Jahr zu Ostern zwei bis drei Reindlinge. Einer davon hat eine Nussfülle, die anderen fülle ich mit Rosinen, Zimt und Zucker", verrät die Pensionistin. Früher war es üblich den Reindling in der Rein zu backen, daher stammt auch der Name der süßen Köstlichkeit. Der Reindling ist jedoch nicht in allen Teilen Österreichs ein fester Bestandteil der Osterjause: "Eine meiner Töchter wohnt in der Steiermark. Dort ist es nicht üblich zu Ostern Reindling zu essen, weshalb sie jedes Jahr zu Ostern gerne wieder nach Hause kommt."

Gefärbte Eier

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Osterjause sind für Podobnik die bunt gefärbten Eier. Besonderen Werte legt sie dabei auf die Herkunft der Eier. "Früher hatten wir selbst Hühner zu Hause. Heute kaufe ich die Eier für Ostern bei einem Bauern in der Nähe", so die Bad Eisenkapplerin. Jedes Jahr am Karfreitag färbt sie im Durchschnitt zwanzig Eier in den Farben Rot, Blau und Grün.


Kren mit Äpfeln

"Natürlich darf auch der Kren im Weihkorb nicht fehlen", erzählt die Bäuerin. Nach der Speisensegnung wird der Kren zu einem köstlichen Apfelkren verarbeitet. "Viele reiben ein wenig Kren auf und streuen ihn über den Schinken. Manche essen auch nur blosen Kren, ich mag aber am liebsten den Apfelkren."

Böllerschießen und Nestsuche

"Früher war das Böllerschießen weit verbreitet", erinnert sich die Bad Eisenkapplerin. Der Brauch feiert die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg über den Tod. "Natürlich darf auch die Nestsuche, vor allem für die Kleinen, zu Ostern nicht fehlen," so Podobnik. Bei der Bad Eisenkapplerin fand die Nestsuche, als ihre Kinder noch klein waren, immer bereits am Samstag nach der Speisensegnung statt. Bei vielen Kindern schaut der Osterhase jedoch auch erst Sonntagmorgen vorbei um ihnen Geschenke zu bringen.


ZUR SACHE: OSTERSPEISENSEGNUNG

Bei der Speisensegnung werden die Speisen gesegnet, die zur Osterjause verspeist werden.
Am Karsamstag versammeln sich die Menschen in den Kirchen oder auch bei Wegkreuzen oder Marterln.
Körbe, gefüllt mit der köstlichen Osterjause, Schinken, Würste, dem Kärntner Reidling, gefärbte Ostereier, Kren usw. werden teilweise von über hundert Jahre alten "Weihdecken" zugedeckt zum Altar gestellt und vom Pfarrer gesegnet.
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