15.03.2016, 10:09 Uhr

900 Hektar Wald sind ihr Revier

Die Betriebsleitung ist kein klassischer Bürojob: Christiane Benger ist auch beinahe täglich im Wald anzutreffen (Foto: KK)

Christiane Benger leitet seit bald zwei Jahren das Familienforstgut Wallersberg.

GRIFFEN. Nach dem Wechsel ihres Mannes Christian Benger in die Politik übernahm Christiane Benger 2014 die Betriebsleitung des Forstgutes Wallersberg in Griffen. Seitdem dreht sich ein Großteil ihres Arbeitstages um Holzverträge, Waldpflege, die Instandhaltung von Forststraßen oder die Zusammenarbeit mit den selbstständigen Holzschlägerungs-Unternehmern.


900 Hektar Waldfläche

"Wir schlägern zwischen 2.500 und 3.000 Festmetern Holz pro Jahr", erklärt Benger. Die 900 Hektar große Waldfläche ist in zwei Reviere geteilt, den Wallersberg südlich von Griffen und Weißenegg in Eis (Gemeinde Ruden). Je nach Qualität des Holzes wird daraus entweder Bauholz oder Brennholz.
Benger kann jeden einzelnen Baumstamm mittels einer digitalen Waldkarte und eines tagesaktuellen Materialbuches bis zu seinem ursprünglichen Standort zurückverfolgen. "Jede Fuhre wird außerdem fotografiert: "Es ist unumgänglich zu wissen, wieviel Holz aus welchem Gebiet täglich den Wald verlässt."
Weiters werden Äste an Hackguthändler zur Herstellung von Hackschnitzeln verkauft. "Viele Äste bleiben aber im Wald liegen, um Humus zu bilden", ergänzt die Betriebsleiterin.
Einen großen Arbeitsbereich bildet außerdem die Aufforstung. Die Waldarbeiter pflanzen jedes Jahr im April und Mai rund 3.000 neue Bäume. "Das ist reine Handarbeit", betont Benger.

"Überschaubarer Holzpreis"

Zu kämpfen hat das Forstgut mit dem Borkenkäfer und dem Holzpreis. "Große Forstbetriebe haben immer mehr zu kämpfen. Der Holzpreis ist überschaubar und Arbeiter und Maschinen werden immer teurer. Ich weiß nicht, ob die nächste Generation noch davon leben wird können", gibt Benger zu Bedenken.

"PEFC"-Zertifizierung

Stolz ist die Griffnerin, die sich ihr Wissen über Holzwirtschaft "von der Pieke auf" als Mitarbeiterin im Büro ihres Mannes und über Waldbaukurse angeeignet hat, auf die "PEFC"-Zertifizierung (Pan-europäische Holzzertifizierungs-Inititative)ihres Forstbetriebes: "Dieses Siegel garantiert zu 100 Prozent Holz aus nachhaltiger Familienforstwirtschaft. Unsere Philosophie ist: Wenn ich einen Baum entnehme, pflanze ich auch wieder einen."

Forstgut Wallersberg:

Seehöhe zwischen 500 - 900 m. Fichten, Kiefern, Tannen, und verstärkt Buche und Lärche werden intensiv bewirtschaftet.
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