29.03.2016, 13:36 Uhr

Kommt ein Bettelverbot in Wels?

Nach Linz wird nun auch in Wels über ein mögliches Bettelverbot diskutiert. (Foto: FM2/Fotolia)

Sicherheitsreferent Kroiß möchte verhindern, dass sich das Betteln von Linz nach Wels verlagert.

WELS. Sicherheitsreferent Gerhard Kroiß (FPÖ) wünscht sich eine Zusammenarbeit der Statutarstädte Linz, Steyr und Wels hinsichtlich des Themas Betteln. "Sie sollten sich abstimmen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Nur durch diesen Schulterschluss kann es gelingen, eine Verlagerung des Problems sowie einen Betteleitourismus zu verhindern", sagt Kroiß.

Von Wels nach Linz

In Linz wird derzeit über ein sektorales Bettelverbot diskutiert. Auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Walter Teubl kann sich vorstellen, dass dadurch mehr Bettler nach Wels kommen könnten: "Man sollte sich das aber erst einmal ansehen und nicht im Vorfeld Maßnahmen ergreifen. Man sollte eher dort ansetzen, wo das Problem entsteht und die Ursachen bekämpfen. Für mich kommt ein Bettelverbot generell nicht in Frage." Laut Teubl ist es das Recht eines jeden Menschen, "auf diese Art und Weise zu Geld zu kommen, solange er dies nicht auf eine aggressive Art macht." Er selbst habe noch kein Problem mit aggressiven Bettlern mitbekommen. So auch Stefan Ganzert, Fraktionsvorsitzender der SPÖ Wels. Er zeigt zwar kein Verständnis für aggressives und organisiertes Betteln, aber "es ist wichtiger, Armut zu bekämpfen, als das Betteln an sich. Über Sozialprojekte sollen die Menschen wieder in die Gesellschaft reingebracht werden." Ganzert würde ebenfalls eine Zusammenarbeit der Statutarstädte begrüßen. Dass dadurch das Problem auf Gemeinden überschwappen könnte, glaubt er nicht: "Bettler suchen sich eher große Städte. Und nachdem kaum Bettler in Wels sind, kann von einem Überschwappen wohl keine Rede sein."

14 Anzeigen dokumentiert

Sicherheitsreferent Kroiß wies jedoch die Welser Ordnungswache an, sich verstärkt des Themas Bettelei anzunehmen. "Da es speziell in der Welser Innenstadt immer wieder zu Problemen mit organisierten Bettlern kommt, kann ich mir hier auch ein örtliches Bettelverbot vorstellen", sagt der Vizebürgermeister. Stadtrat Peter Lehner (ÖVP) ergänzt: "Vor allem der missbräuchliche und gewinnorientierte Einsatz von Kindern für die Bettelei ist zu verurteilen." Laut Angaben der Stadt hat die Welser Ordnungswache seit Mitte Jänner diesen Jahres 14 Anzeigen und 41 Ermahnungen wegen illegaler Bettelei im Welser Stadtgebiet dokumentiert.
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