Fitness bis ins Alter
Sepp Knoflach – Schwimmen und Kniebeugen als Jungbrunnen

Sepp Knoflach hat erstmals das Schwimmen mit einem Neoprenanzug ausprobiert und freut sich auf die Saison.
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Sepp Knoflach ist mit 99 der älteste Schwimmer Wiens und war bis vor drei Jahren Chorleiter in St. Leopold.

WÄHRING. Kürzlich probierte der agile Pensionist zum ersten Mal das Schwimmen mit einem Neoprenanzug aus. "Ich habe mein ganzes Leben Sport gemacht, bin auf Berge geklettert, Rad gefahren und gelaufen", sagt Knoflach. "Das hält fit und schlank. Mit dem Nachteil, dass ich heute im Wasser sehr leicht friere und wenig Auftrieb habe", erklärt der Pensionist, der früher als einer der Pioniere in der Umwelt-Messtechnik arbeitete.

Da kam ihm die Idee: Ein Neoprenanzug könnte beide Probleme beheben und ihm neben dem Rückenschwimmen auch wieder das Kraulen ermöglichen. Nach einem ersten Probeschwimmen in der Stadthalle machte Knoflach bei 15 Grad Wassertemperatur den finalen Test an der Alten Donau.
"Es klappte perfekt. Ich bin zwei Kilometer geschwommen, natürlich in Begleitung von Profischwimmern. Die waren ganz erstaunt, was man mit 99 Jahren noch alles kann", lacht Knoflach. Das Swim Open 2019 am Kaiserwasser durfte er als Ehrengast eröffnen.

Am liebsten schwimmt er im Keutschacher See in Kärnten, wo er jedes Jahr im Sommer mehrere Wochen verbringt. Natürlich immer mit dabei ein kleines Floß, das er an einer Schnur hinter sich nachzieht. "Ich will doch nicht, dass mich jemand retten muss", so der Währinger. Zur Sicherheit hat er vor zwei, drei Jahren auch seine Gewohnheit aufgegeben, mit einem Kopfsprung ins kalte Wasser zu springen.

Fitness heißt Dranbleiben

"Von nichts kommt nichts", so der gebürtige Tiroler, der in Hollabrunn aufgewachsen und seit 1970 begeisterter Gersthofer ist. Mit dem Laufen hat Knoflach im Wienerwald begonnen. Oft bis ins Büro im ersten Bezirk und wieder zurück. Noch heute nimmt er lieber die 102 Stufen von der Gersthofer Straße hinauf zu seiner Wohnung, dabei hätte er es bei einem anderen Eingang viel bequemer und nur ein paar Schritte bis zur Haustüre. Und er macht Liegestütze, die er am Kalender mit einem Stricherl für je acht Stück vermerkt. "Da kommen an guten Tagen bis zu acht Striche zusammen", zeigt er stolz. Denn: Sich bewegen können, sei Lebensqualität.

Musik hat ihn begleitet

Knoflach hat schon früh das Geigen spielen erlernt und 60 Jahre lang am Pult der ersten Violine im Akademischen Orchesterverein gespielt. "Seit meinem Abschied habe ich die Geige nicht mehr angerührt. Mit 96 hat er nach 33 Jahren auch die Chorleitung von St. Leopold in Gersthof abgegeben. "Natürlich gehört Musik auch heute zu meinem Leben, aber als Zuhörer und Konzertbesucher. Jetzt sind die jungen Künstler an der Reihe, von denen ich viele in meiner langen aktiven Musikerlaufbahn kennen und schätzen lernte."
Langeweile kennt der aktive 99-Jährige nicht, dafür sorgen schon seine Frau, zwei Kinder, fünf Enkel und vier Urenkel.

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