Walking Football
In der Hopsagasse "geht" bei dieser Trendsportart das Runde ins Eckige
- Die Fußballerinnen und Fußballer der Walking Football Austria Academy spielen zweimal in der Woche einen Fußball in der Brigittenau, bei dem Verletzungen besonders selten sind.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Seit 2023 bietet der ASKÖ im Norden der Brigittenau "Walking Football" an. Eine besonders gelenkschonende Variante des Fußballs. Körperkontakt und Laufen sind verboten. Sportlicher Ehrgeiz allerdings nicht.
WIEN/BRIGITTENAU. Der Fußballrasen des ASKÖ in der Brigittenau ist mit weißen Linien auf etwa ein Viertel der Normalgröße begrenzt. Uwe Mauch, Trainer und Gründer der Walking Football Austria Academy, bereitet das Feld für eine besonders gelenkschonende Version des Fußballs vor. "Walking Football" kommt ursprünglich aus England und wurde 2011 entwickelt. Hier wird nicht gelaufen und gefoult, sondern gegangen und gekickt.
"Ich hab mein ganzes Leben lang Fußball gespielt: da ein Kreuzbandriss, dort ein Schienbein gebrochen. Da konnte ich dann irgendwann nicht mehr spielen", erzählt Mauch. "Das hat mich dann schon gestört, erzählt der über 60-Jährige weiter. In einer deutschen TV-Serie wurde er auf die Trendsportart aufmerksam. Nach einer kurzen Studienreise nach Deutschland war sich der Floridsdorfer sicher: Auch Österreich braucht Walking Football.
Da kommt man ins Schwitzen
Seit 2023 wird beim ASKÖ in der Hopsagasse 5 im Gehen gekickt. Die Regeln sind ähnlich zum regulären Fußball. Wie der Name verrät, wird beim Walking Football gegangen. Ein Fuß berührt zu jedem Zeitpunkt den Boden. Ein Schiedsrichter entscheidet im Zweifelsfall, ob gelaufen wurde, dann gibt es einen Freistoß für die andere Mannschaft. Zwar wird nur gegangen, die Geschwindigkeit des Spiels ist dennoch nicht zu unterschätzen.
Wichtig ist zusätzlich, dass beim Walking Football kein Körperkontakt stattfindet, also auch keine Fouls. "Bei einer Generation, die 55 plus ist. Da willst du dich nicht beim Sport zusätzlich verletzen", erklärt der Fußballtrainer. Die Spielhöhe ist etwa ein Meter, bis zur Hüfte, hoch. Kopfbälle sind streng verboten. Auch die Tore haben nur die Hälfte der normalen Höhe. Gespielt wird in einem kleineren Feld, sechs gegen sechs und ohne Torhüterin oder Hüter. Wer erwartet, bloß herumzustehen, wäre hier falsch, erklärt einer der Spieler. Technik und Koordination sind genau wie beim regulären Fußball wichtig.
Für Bewegungsfreunde
Etwa zehn Minuten, nachdem Mauch das Spielfeld hergerichtet hat, erscheinen die ersten Spielerinnen und Spieler. In der Brigittenau spielen Männer und Frauen gemeinsam. Wer aller mitspielt, ist bunt durchgemischt, erklärt Mauch: "20 Prozent sind ehemalige Vereinsspieler, 80 Prozent sind Menschen, die sich einfach gerne bewegen." Ganz wichtig, bevor das Spiel losgeht: Eine halbe Stunde wird sich gemeinsam aufgewärmt.
- Technik und Teamplay ist ein wichtiger Faktor, wenn Laufen verboten ist.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Marbacher
Noch ist man in Österreich kleiner als in anderen Ländern. "Da sind wir wieder einmal die Nachzügler", meint der Fußballtrainer. In England spielen laut ihm bereits an die 200.000 Menschen Walking Football. Mauch möchte den Sport in ganz Österreich groß machen. Derzeit ist man nur in der Brigittenau aktiv. Im November sollen in der VHS Floridsdorf auch sechs Termine zum Walking Football in der BRG 21 in der Franklinstraße 21 stattfinden. Mehr dazu auf der Webseite der VHS.
In der Brigittenau wird wöchentlich Mittwoch von 18 bis 20 Uhr sowie jeden Freitag von 9 bis 11 Uhr in der Hopsagasse 5 trainiert. Wem durch die Fußball-WM die Lust gepackt hat, die eigenen Gelenke und den Körper schonen möchte, kann bei den Trainings vorbeischauen. Mehr Infos zum Walking Football online.
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