Museumsdirektor zeigt sein Döbling

Bitte eintreten: Museumsdirektor Hans Scheikl vor dem Eingang des Bezirksmuseums.
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Mit Jahresbeginn 2012 hat Scheikl, Besitzer des Grinzinger Rodolfshofes, auch offiziell die Direktion des Museums übernommen, das er seit 2009 leitet. Natürlich ehrenamtlich und mit großem Engagement. "Das ist eine zeitaufwendige Sache, man muss schließlich immer nach dem Rechten sehen, wie bei den ständig nötigen Renovierungsarbeiten", erzählt KomRat Scheikl. Augenblicklich wird die alte Heizung repariert. Schon im Frühjahr waren die durch einen Wassereinbruch beschädigten prachtvollen Schwind-Fresken am Stiegenaufgang zur Kuppel des Palais Wertheimstein nach zehn Jahren endlich in ihrer ursprünglichen Schönheit wiederhergestellt. "Das ist ein Meilenstein", freut sich Scheikl. Was hat den 66jährigen vor nunmehr 43 Jahren ans Bezirksmuseum gebracht? "Interesse an der Geschichte, vor allem jener von Grinzing, wo meine Familie seit drei Generationen zu Hause ist." Darüber weiß er viel zu berichten. Etwa, dass bereits 1903 die erste Straßenbahn nach Grinzing fuhr und direkt vorm Rudolfshof umdrehen musste. Gespannt darf man auch auf die für 2013 geplante Feuerwehr-Ausstellung sein. "Wer weiß, dass vor 1870 die Baderhäuser für das Löschen der Brände zuständig waren? Und dass durch die Kobenzlgasse damals ein zwei Mater tiefer Bach floss, aus dem man von den Brücken mit Ledereimern das Wasser zum Löschen schöpfte", plaudert Scheikl aus seinem umfassenden Wissen und man hört viel Leidenschaft für die Geschichte seines Bezirkes heraus.

Das Museums-Grätzel
Das Bezirksmuseum in der Döblinger Hauptstraße 96 beherbergt in seiner Dauerausstellung sensationelle Schätze, die, so Scheikl, besonders für die jungen Menschen im Bezirk wichtig sind. "Schon das ursprüngliche Heimatmuseum hatte die Aufgabe, den Geschichtsunterricht an den Schulen anschaulich zu ergänzen. Es gibt spezielle Schulführungen und wir haben bei den nötigen Renovierungsarbeiten immer darauf geachtet, dass die gewachsene, ansprechende Atmosphäre bewahrt bleibt." Auch die die Forschungsarbeit am Museum müsse auf einem hohen Niveau bleiben. "Die zwei Hefte, die wir jährlich herausgeben, dienen schließlich auch Wissenschaftlern als Arbeitsunterlage." Eine spannende Zeitreise in die Geschichte des Bezirkes ist der Besuch in der früheren Villa Wertheimstein in jedem Fall, auch um das schöne Haus von allen Seiten (renovierter Hintereingang mit Nymphe) und Räumen kennen zu lernen, nicht nur für Schulkinder. "Wir haben Samstag von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 12 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet", so der Museumsdirektor, der sich wünschen würde, dass auch das benachbarte Beethovenmuseum im sogenannten Eroicahaus, dem Biederhof auf Nr. 92, nicht nur auf Anfrage besuchbar ist. "Der Innenhof mit dem prächtigen Kandelaber ist riesig und wunderschön auch für Veranstaltungen geeignet." Doch weil auch ein viel beschäftigter Museumsdirektor einmal frühstücken muss, spaziert Scheikl gerne einige Schritte weiter zur Bäckerei Stumpf und genießt dort zum Kaffee eines der köstlichen, frischen Kipferl.

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