07.11.2016, 14:46 Uhr

Markgrafneusiedl: Frust nach dem Festival

Am Freitagvormittag demonstierten Anrainer, während im Gemeindeamt eine Festival-Nachbesprechung stattfand.
MARKGRAFNEUSIEDL. Schreiduelle im Sitzungssaal, Pfeifkonzert vor dem Gemeindeamt. Das Prime Festival, ein Vier-Tages-Musikevent, das im September stattfand, sorgt derzeit in Markgrafneusiedl für Stimmung, allerdings für Missstimmung.

Schlafloses Wochenende

Am Freitag demonstrierten Anrainer des Festival-Geländes gegen weitere Veranstaltungen dieser Art. Kurt Schellenbauer, einer der lärmgeplagten Markgrafneusiedler, hatte die Demo organisiert: "Ich bin selbst beim Musikverein, Musik ist Teil meines Lebens, aber die vier Tage Beschallung durch die Bässe waren unerträglich." Auch andere Demonstranten bestätigen, sie hätten während der Veranstaltung vom 8. bis 11. September kein Auge zugetan. Einige hatten auswärts übernachtet, um dem Lärm zu entkommen.

Politisches Fiasko

Das Festival hatte schon im Vorfeld zu politischen Debatten im Ort geführt, die schließlich eskalierten. Bürgermeister Franz Mathä, der die Bewilligung erteilte hatte, war mit Drohanrufen und Tierkadavern vor der Haustür unter Druck gesetzt worden, SP-Vizebürgermeister Manfred Kerstner und Gemeinderat Otto Fitzka traten zurück.
Am Freitag zogen Veranstalter, Gemeindevertreter und Sicherheitskräfte Bilanz - mit gemischten Standpunkten.

Mathä ist selbst "nicht glücklich über das Festival", teilt aber mit, dass eine Absage desselben der Gemeinde großen finanziellen Schaden zugefügt hätte. In Zukunft wolle er weitere Bewilligungsverfahren, nur mehr über die Bezirkshauptmannschaft laufen lassen.

Veranstalter Friedrich Scheck zieht dagegen positive Bilanz und will weitere Veranstaltungen folgen lassen: "Wie viele es sein werden, ist noch offen, das hängt von den Genehmigungen ab."

Man werde jedenfalls um Betriebsanlagengenehmigung ansuchen. Scheck gibt sich konsensorientiert: Auf das Partyzelt, von dem die stärkste Lärmquelle ausgegangen war, will er in Zukunft verzichten. Er warnt aber auch die Gemeindevertreter: "Wenn wir keinen Konsens finden, mache ich ein doppelt so großes Fest."
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