05.09.2014, 11:32 Uhr

ride and rescue – Notfallmedizin auf zwei Rädern

Haringsee: Haringsee |

Am 30. August 2014 veranstaltete der Verein RESCUE – Verein zur Förderung der Notfallmedizin seinen alljährlichen Wettbewerb ride and rescue im niederösterreichischen Haringsee.

Helfen. Eine zentrale Kraft in zwischenmenschlichen Beziehungen, legt es doch den Grundstein für ein funktionierendes Zusammensein. Obgleich nun aus ethischen, religiösen, moralischen Gründen oder aus reinem Pflichtbewusstsein, die Hilfe die man anderen Menschen zuteilwerden lässt, umfasst ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Sozialkompetenz, bleibt sie doch stets uneigennützig.
Allen voran leben Notärzte, Sanitäter und Ersthelfer diesen Grundsatz der uneigennützigen, professionellen Hilfe. Als tragende Säulen der ehrenamtlichen, österreichischen Notfallversorgung werden sie beinahe täglich mit hilfebedürftigen Menschen konfrontiert, welche sich in einer lebensbedrohlichen Akutsituation befinden. Als oberstes Prinzip verfolgen sie das Ziel einer optimalen notfallmedizinischen Versorgung der Patienten unter gleichzeitiger Wahrung der Menschlichkeit. Eine „lege artis“-Versorgung dieser Art, muss, aufbauend auf den jeweiligen Ausbildungsstand, durch regelmäßige Fortbildungen und Übungen trainiert und erweitert werden. Vor allem das Üben mittels Simulationstraining offenbarte sich als passendes Mittel zum Zweck um sein Fachwissen mit den Einflussfaktoren realitätsnaher Belastung zu kombinieren.

Der Verein RESCUE – Verein zur Förderung der Notfallmedizin verfolgt dieses Ziel weiter und bietet daher seinen notfallmedizinischen Wettbewerb „ride and rescue“ bereits zum 4. Mal im niederösterreichischen Haringsee an. Auch heuer waren die begehrten Startplätze wieder schnell vergeben. Insgesamt traten 118 Teilnehmer in 27 nationalen und internationalen Teams (Tschechien, Ungarn und Deutschland) an. Die Hauptaufgaben waren klar formuliert - mittels Sport, Spaß und Spiel sollen sich die Teams realistischen Notfallsituationen stellen und ihr theoretisches sowie praktisches Wissen beweisen. Die Einzigartigkeit bei diesem Wettbewerb liegt klar in der Fortbewegung. Anders als bei herkömmlichen Wettbewerben, gelangen die Teams mit dem Fahrrad und einem Notfallrucksack zu den insgesamt zwölf Bewerbstationen. So war unter anderem das strategische Verhalten bei einer Geiselnahme, das ruhige und korrekte Anweisen bei der Entgegennahme und Klassifizierungen von Notrufen gefragt, aber auch das Fachwissen bei der Versorgung von besonderen internistischen sowie traumatologischen Notfällen. Besonderer Wert wurde vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Exekutive (u.a. WEGA), der Feuerwehr und der Leitstelle 144 Notruf Niederösterreich gelegt. 144 Notruf Niederösterreich war auch mit „LEOmobil“, einer mobilen Leitstelle für Außeneinsätze, in den Art for Art Hallen vertreten und ermöglichte einen Blick über die Schultern der Leitstellenmitarbeiter.
Gefordert wurde also nicht nur notfallmedizinische Fachexpertise, sondern auch körperliche Fitness, wenngleich die Zeit für die insgesamt zurückgelegten 45km zwischen den Bewerbstationen in der niederösterreichischen Gemeinde nicht in die Bewertung einbezogen wurde. Betreut wurden die Teilnehmer von einem gut eingespielten Team von ca. 200 freiwilligen Helferinnen und Helfern welche u.a. als Bewerter, Statisten, Organisatoren und Fotografen fungierten und so den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbes ermöglichten.
Eröffnet wurde der Wettbewerb ride and rescue gegen 07:45 Uhr früh von Bürgermeister Roman Sigmund gemeinsam mit dem Obmann des Vereins RESCUE Dr. Berndt Schreiner bei noch halbwegs trockenem Wetter. Auch wenn das Wetter sich zunehmend regnerischer gestaltete, war die Motivation der Teams ungebrochen. Die Kombination aus Sport, kompetitiven Wettstreit und der Leidenschaft zur Notfallmedizin äußerte sich in großartigen Leistungen beim Wettbewerb. Von der Einzigartigkeit des ride and rescue überzeugte sich auch Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner, welche gegen halb 10 vormittags von Obmann Dr. Berndt Schreiner in den Art for Art Hallen in Empfang genommen wurde. Neben grundsätzlicher Erklärung des Wettbewerbskonzeptes, folgte gleich im Anschluss eine umfangreiche Besichtigung einzelner Stationen um die Vielfältigkeit und die Herausforderung für die einzelnen Teilnehmer zu verdeutlichen.

Gegen 21 Uhr abends standen die Gewinner des diesjährigen ride and rescue fest:

Kategorie „mit Notarzt“ (6 Teams mit 24 Teilnehmern)
 1. Platz: Wudersch Bandits
 2. Platz: Pedalretter – Rotes Kreuz Groß-Enzersdorf
 3. Platz: Golden Girls – Rotes Kreuz Korneuburg

Kategorie „ohne Notarzt“ (21 Teams mit 82 Teilnehmern)
 1. Platz: Lazybones - RK Bruck an der Leitha
 2. Platz: MHD - Medical Help Drivers – Hilfsdienst e.V. Willich
 3. Platz: The Shroom Riders – Rotes Kreuz Groß-Enzersdorf

Als Premiere beim diesjährigen „ride and rescue“ Wettbewerb konnten auch Ersthelfer ihr Wissen in Notfallsituationen testen und auffrischen. In Teams zu 3 Personen wurde die Strecke zwischen den einzelnen Stationen ebenfalls mit dem Fahrrad zurück gelegt. Zur Seite stand jedem Team ein erfahrener Coach, der gemäß den Richtlinien des Österreichischen Roten Kreuzes das Erste Hilfe Know-how auffrischte und wiederholte. Eine außergewöhnliche Möglichkeit für die ganze Familie, mit Sport und Spaß sein Wissen im Bezug auf Erste Hilfe zu sammeln, wieder aufzufrischen und im Zuge realer Aufgabenstellung zu vertiefen.

Kategorie „Erste Hilfe“ (4 Teams mit 12 Teilnehmern)

 1. Platz: HOTSPOTS
 2. Platz: Die fidelen Musikanten
 3. Platz: FU-RAIDERS

Das gesamte Team des ride and rescue gratuliert den Gewinnern und natürlich auch den anderen Teams für ihr Engagement und ihre Expertise und freut sich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt „Notfallmedizin auf zwei Rädern“.

Rückfragehinweis:
RESCUE-Verein zur Förderung der Notfallmedizin
Dr. Berndt Schreiner
office@rideandrescue.at

Text: Tarik Farahat / Michaela Hofmarcher | Fotos: Fritz Tromba
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