14.11.2017, 00:00 Uhr

Von OP-Tisch heimgeschickt – Marcheggerin muss drei Monate auf Termin im Spital Hainburg warten

Marion Ollinger zeigt FP-Bezirksparteiobmann Herbert Steindl ihren Behandlungsschein mit dem Termin für 2018. (Foto: Foto: privat)

Personalengpass in der Landeskliniken-Holding

HAINBURG/MARCHEGG. Nachdem Marion Ollinger fast schon im OP-Bereich gelegen ist und für die Operation alles vorbereitet war, kam der Schock: Sie wurde aufgefordert wieder heimzugehen. Das Krankenhaus könne wegen Personalproblemen den geplanten Eingriff nicht durchführen.
Die 35-jährige Marcheggerin hatte bei einem Unfall einen komplizierten Armbruch erlitten. Schon damals musste sie im Landesklinikum Hainburg einen Tag auf die dringend nötige Operation warten, da zu wenig Personal vor Ort war. Am 10. 11. wäre eine zweite OP geplant gewesen. Die Betroffene ist fassungslos: „Ich habe mich wie eine Patientin dritter Klasse gefühlt. Warum kann man nicht in Gänserndorf ein vernünftiges Spital bauen, wo wir alle besser medizinisch betreut werden könnten?“
Mit dem Arbeitgeber waren die zwei bis drei Wochen Krankenstand abgesprochen. Bereits fertig untersucht und vorbereitet für die Operation, kam die unerwartete Wendung. „Sie müssen leider wieder nach Hause gehen“, wurde der verdutzten Marcheggerin mitgeteilt. Man habe plötzlich erfahren, dass sich von vier Anästhesisten drei im Krankenstand befänden und man erst einen Termin in drei Monaten anbieten könne.

Kritik der FPÖ

„Bezeichnend!“ nennt dies der freiheitliche Bezirksparteiobmann Herbert Steindl. „Wir Gänserndorfer sind ohnehin schon auf Spitäler in anderen Bezirken angewiesen und dann kommen dort noch massive Personalprobleme ans Tageslicht.“ Der FPÖ-Politiker kritisiert einmal mehr die mehrfache Ablehnung eines eigenen Spitals für den Bezirk Gänserndorf im Gemeinderat der Bezirkshauptstadt.
Claudia Scharinger, Pressekoordinatorin des Landesklinikums, bestätigt den Personalengpass: "Im Zuge der Patientenaufklärung wird jeder Patient dahingehend informiert, dass es bei Engpässen zu einer Verschiebung von geplanten Operationen kommen kann." Man will aber der Patientin entgegenkommen: "Wegen des späten Termins kann sicher eine alternative Lösung gefunden werden."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.