12.01.2018, 10:12 Uhr

Mit 105 Jahren fit & geistig rege!

Otto Filipsky zeigt gerne seine Mandoline und ist stolz auf seinen Gautsch-Brief, den Gesellenbrief der Buchdrucker. Foto: Josef Messirek

Im Bezirk Hollabrunn leben vier Hundertjährige. Wir haben sie nach ihren Geheimnissen befragt.

RETZ (jm). Als Otto Filipsky 1912 in Znaim geboren wurde, war kurz vorher die Titanic untergegangen und die Donaumonarchie stand kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Aus den Trümmern des Vielvölkerstaates entstand die Republik Österreich. Ottos Jugend war geprägt durch die Wirtschaftskrise, als er 26 Jahre alt war, ging die Erste Republik unter und der Zweite Weltkrieg begann. Heute lebt der älteste Retzer in der „Langen Zeile“ und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Methusalem-Code
Zum Start unserer Serie „Der Methusalem-Code“ haben wir ihn besucht und ihn nach seinen Geheimnissen für ein langes Leben befragt. Humor, reges Interesse am Zeitgeschehen und ein erstaunliches Gedächtnis zeichnen Otto Filipsky aus. Seinen Optimismus haben ihm selbst dramatische Ereignisse nicht nehmen können: Tod seiner ersten Frau nach drei Ehejahren, Soldat im Zweiten Weltkrieg, Vertreibung aus seiner südmährischen Heimat 1945 und der Tod seiner zweiten Frau vor sieben Jahren.

Immer das Beste gemacht

Wie er das alles bewältigen konnte? „Ich habe aus jeder Lebenssituation immer das Beste daraus gemacht“, verrät Filipsky, der auf eine große Familie (drei Söhne und eine Tochter) und einen großen Freundeskreis blicken kann. Schon in seiner Jugend hat er sich für Sport begeistert, wurde Rapid-Fan und hat die Fußball-Legenden wie Binder oder Zeman live erlebt. Heute verfolgt er die Spiele auf dem Bildschirm und ist der älteste Rapid-Fan. Filipsky hält sich durch regelmäßiges Radfahren auf seinem Heimtrainer körperlich fit.

Ich koche auch selber

„Fünfmal in der Woche kommt eine Heimhilfe für eine Dreiviertelstunde ins Haus und bringt mir auch das Essen. Aber manchmal koche ich mir selber“, gesteht der 105-Jährige, dem man das Alter nicht ansieht.
Bis zu seinem 63. Lebensjahr hat der gelernte Buchdrucker mit seiner Familie in Wien, und nur an den Wochenenden in Retz gewohnt. In seiner Pension konnte er sich der Musik als Tenor im Retzer Gesangsverein und als Geiger ganz widmen. „Auf der Mandoline habe ich in einem Wiener Orchester mitgewirkt“, erzählt der Musiker, der noch bis zu seinem 90. Lebensjahr aktiv war. Beim Kirchenchor hat er schon in Znaim gesungen, und das regelmäßige Mitfeiern der Sonntagsmesse ist für ihn auch heute noch eine Selbstverständlichkeit.

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