22.08.2016, 06:53 Uhr

Schüler schwitzen, Eltern zahlen

Peter Mischek

In den Ferien wird viel Geld für Nachhilfestunden ausgegeben, um Wiederholungsprüfungen zu schaffen.

BEZIRK (ae). Während die einen die Ferien genießen, sitzen andere Schülerinnen und Schüler in Nachhilfeinstituten, um ein „Nicht genügend“ aus dem vergangenen Schuljahr bei einer Wiederholungsprüfung noch auszubessern. Und es sind gar nicht so wenige, die den Sommer zum Lernen nutzen müssen: Niederösterreichweit haben rund 3.000 ein „Nichtgenügend“ im Zeugnis stehen und müssen „nachbüffeln“, um den Aufstieg in die nächste Klasse noch zu schaffen. Im Landesschnitt geben Eltern dafür 370 Euro aus.

Wenig Hauptschüler

Beim Lernquadrat in Hollabrunn bereiten sich 20 Schüler auf die Nachprüfung vor. „Das sind ähnlich viele wie in den Vorjahren“, sagt Chef Peter Mischek. „Und es geht quer durch die AHS-Schulstufen, wobei in den letzten Jahren mehr Oberstufenschüler kommen. Hauptschüler kommen weniger wegen Nachprüfungen, aber öfter wegen dem Lückenschluss zu einem AHS-Umstieg.“ Unterschiedlich ist auch die Dauer des sommerlichen Nachlernens. Manche kommen eine Woche, um nachzulernen, andere verbringen bis zu fünf Ferienwochen damit, um Versäumtes aufzuholen. Und da wird es dann auch für die Eltern teuer. „Bei Nachprüfungsunterricht, wenn er länger in Anspruch genommen wird, ergeben sich Kosten in einem Bereich von über 500 Euro“, sagt Peter Mischek. Bei den Unterrichtsfächern, in denen nachgelernt werden muss, hat sich in den letzten Jahren eine Verschiebung gezeigt, es gibt eine starke Tendenz zu Mathematik, während andere Fächer nachlassen. „Da hat sich durch die Zentralmatura viel geändert“, weiß Mischek, „ihre Einführung sorgt für viel Verunsicherung bei Schülern und Eltern, aber das wird sich wieder einspielen.“
Johann Gassner von der Schülerhilfe Hollabrunn: „Genaue Zahlen habe ich so schnell nicht aber das Verhältnis der Anmeldungen im Vorfeld von Nachzipfs zwischen Unterstufe NMS (9-13 Jahre) und Unterstufe AHS ist 1:1.“

Förderunterricht

In Hauptschulen wird zum Teil Förderunterricht angeboten, der das Nachlernen – und die Kosten – in den Ferien vermeiden könnte. Heidemaria Kraus, Direktorin der NMS Pulkau sagt dazu: „Der Förderunterricht wird bei uns das ganze Jahr über erteilt. Begabte Schülerinnen und Schüler werden auf die Anforderungen der weiterführenden Schulen vorbereitet, Schwache auf einen positiven Abschluss der Pflichtschule. Manche Eltern sollten sich auch überlegen, ob die von ihnen gewählte Schule die richtige für ihr Kind ist.“
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