24.10.2017, 09:00 Uhr

Seit 1989 hat sich viel getan

Zeitzeuge Herbert Schleich mit einem Stück Stacheldraht vor seinem berühmten Foto, das um die ganze Welt ging. Foto: Doris Ullmann-Schleich

Fortschritt, Entwicklung, Veränderungen - was hat sich im Bezirk Hollabrunn seit 1989 alles getan?

BEZIRK (ag/ae/gr/da/jm). Wo 1989 noch Grünland war, steht heute das Landesklinikum Hollabrunn (Eröffnung 1992) oder auch ein Einkaufszentrum mit 25 Geschäften entstand in der Bezirkshauptstadt erst 1999. Auch vom Nationalpark Thayatal war 1989 noch nichts zu sehen. Wie das ganze Bundesland hat sich auch der Bezirk Hollabrunn seit dem Fall des Eisernen Vorhangs entwickelt. Die Bezirksblätter auf den Spuren der Veränderung. Kaum zu glauben aber wahr, erst 1999 gab es eine Wasserleitung in Obersteinabrunn und Windpassing (Gemeinde Grabern). Bis dahin versorgten sich die Bewohner selbst mit Wasser aus ihren Hausbrunnen. Auch die Kanalisation fehlte um 1990 noch in vielen Gemeinden. Im Tourismus gab es einen positiven Aufschwung. Wo es im Jahr 1989 noch 20.000 Besucher im Retzer Erlebniskeller waren, sind es heute schon etwa 35.000 Gäste. Am 5. Mai 2002 wurde der Reblausexpress ins Leben gerufen.

Verkehrsaufkommen erhöht

Seit 1989 hat sich im Bezirk in Sachen Verkehr viel verändert. „Durch Schöngrabern fahren pro Tag mehrere hunderte LKW“, erzählt Rosa Arbes, die seit fast 60 Jahren hier lebt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fahren auch viel mehr Österreicher in die grenznahen Einkaufszentren. Da auch die Grenzkontrollen mit 2005 eingestellt wurden, gibt es kein stundenlanges Warten an den Grenzen. Nach jahrzehntelangem Verhandeln konnte 2017 mit dem Bau der neuen S 3 Weinviertler Schnellstraße begonnen werden. Elf Kilometer Autostraße entlasten ab 2020 die Ortsdurchfahrten von Suttenbrunn bis Guntersdorf.

Elektrifizierung NW-Bahn

1993 wurde die NW-Bahn elektrifiziert und in den Jahren danach führten die ÖBB die doppelstöckigen Wiesel-Garnituren ein. Die Fahrzeit nach Wien konnte halbiert werden. Am 1.1.1992 wurden die Bezirksgerichte in Haugsdorf und Ravelsbach, am 1. Juli 2002 in Retz geschlossen und zu Hollabrunn zugewiesen.
Am 1. Jänner 2005 übergab die Stadtgemeinde Hollabrunn die Rechtsträgerschaft an dem Spital an das Land NÖ. Ganz besonders einschneidend war der Wegfall der Chipsproduktion Kelly‘s in Hollabrunn im Jahr 2003 und auch die Neugestaltung des Hauptplatzes und der Fußgängerzone im Jahr 1994.

Was hat sich seit 1989 verändert:

1988 bzw. 1991 Verordnung der Naturschutzgebiete Thayatal von der Niederösterreichischen Landesregierung. 1997 erfolgt die Unterzeichnung zwischen Bund und Land zur Errichtung eines Nationalparks. Das Nationalparkhaus wird 2003 fertiggestellt.
1990 begann die Verbauung der Kirchfeldsiedlung in Hollabrunn mit rund 140 Bauplätzen.
1992 wurde das erzbischöfliche Seminar geschlossen.

Drei Fragen an Fotograf und Zeitzeuge Herbert Schleich aus Deinzendorf:
Frage 1: Sie waren ja bei der Zeremonie des Zaundurchschneidens live dabei, wie haben Sie diese erlebt?
„Es war eine berührende Szene und ein besonders einschneidendes Erlebnis für mich. Etwa 70 Fotografen waren anwesend.“

Frage 2: Wie hat sich der Bezirk Hollabrunn nach dem Fall des Eisernen Vorhanges entwickelt?
„Der Bezirk hat sich aus meiner Sicht äußerst positiv entwickelt. Vor allem durch die deutliche Verbesserung der Infrastruktur.

Frage 3: Was hat sich aus Ihrer Sicht besonders positiv durch die Grenzöffnung im Bezirk verändert?
„Die Reisefreiheit und der ungehinderte Austausch von Waren und Kultur waren förderlich für die Entwicklung unserer Region.“
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