15.11.2016, 08:00 Uhr

Rekordernte bei den Zuckerrüben

Die tonnenschwere Rübenfracht wird von den Feldern zum Rübenplatz beim Bahnhof transportiert. Foto: Josef Messirek

Die Zuckerrübenernte erreicht ihren Höhepunkt, erhöhte Vorsicht ist im Straßenverkehr geboten.

BEZIRK (jm). Schon seit Mitte Oktober sind große Traktoren mit ein bis zwei Anhängern unterwegs, um die geernteten Zuckerrüben auf die Sammelplätze der Firma AGRANA zu bringen. Bei diesen Transportfahrten gelangt auch Ackererde auf die Fahrbahn, die bei Regeneinwirkung zur Rutschbahn werden kann. Deshalb sind alle VerkehrsteilnehmerInnen zu erhöhter Vorsicht angehalten.

Hektarerträge bis zu 82 Tonnen

„Im Bezirk Hollabrunn werden Zuckerrüben auf einer Fläche von 4.712 Hektar angebaut“, berichtet Friedrich Schechtner, Obmann der Bezirksbauernkammer. Die Anbaufläche hat sich gegenüber dem Vorjahr jedoch um 2,8 Prozent verringert.
Markus Simak von der Firma AGRANA erwartet einen guten Rübenertrag aufgrund der heuer gleichmäßig verteilten Niederschläge und eines günstigen Witterungsverlaufs: „Im Bezirk wird mit durchschnittlich 80 bis 82 Tonnen pro Hektar gerechnet. Im Vorjahr brachte hier die Zuckerrübenernte trockenheitsbedingt ein unterdurchschnittliches Ergebnis von rund 60 Tonnen je Hektar. Die Qualitäten sind mit einem Zuckergehalt von mehr als 18,5 % sehr gut.“ Die Rübenkampagne startete bei AGRANA am 8. September und wird voraussichtlich Ende Jänner abgeschlossen sein.

Erdanteil bringt Minuspunkte

Harald Schmutz ist der Übernehmer von AGRANA auf dem Zellerndorfer Rübenplatz. Wenn die Zuckerrüben nach der Abwaage auf den Platz gekippt werden, bewertet er ihre Qualität. „Für den Erdanteil muss ich einige Prozentpunkte abziehen“, so der routinierte Übernehmer, „wenn noch sehr viel Erde auf den Rüben ist, kann das bis zu 40 Prozentpunkte Abzug bedeuten.“

Zuckergehalt durch Proben

Pro Hektar werden vier Proben genommen und jeder Sack bekommt eine Karte mit den Daten des Produzenten. Die Proben werden bei AGRANA auf ihren Zuckergehalt bestimmt, der sich zwischen 15 und 20 Prozent bewegt und sich entsprechend auf den Preis auswirkt.

Mit 81 noch immer aktiv

Der „dienstälteste“ Rübenbauer, der seine Rübenernte schon seit Jahrzehnten auf den Zellerndorfer Rübenplatz bringt, ist Karl Fidesser aus Platt. Er ist 81 und hat soeben seine 20-Tonnen-Fracht abgekippt. „Seit 58 Jahren baue ich Rüben, vielleicht ist es heuer das letzte Mal“, bemerkt der rüstige Pensionist etwas nachdenklich.
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