Museum Liaunig geöffnet seit 27. April 2025
Museum Liaunig : Clemens Fürtlers menschenleere Metropolen

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Seiner rund 5000 Werke umfassenden Sammlung baute Herbert Liaunig in Kärnten ein herausragendes Privatmuseum. Durch seine markante Architektur und außergewöhnliche Sammlung ist es weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und bereichert Kärnten als Kulturstandort ungemein.

Der vom Wiener Architektenteam Querkraft konzipierte und bis 2015 in drei Phasen entwickelte Bau positioniert sich als begehbare Land-Art in der Landschaft. Nur vier Jahre nach der Eröffnung 2008 wurde das Museum als jüngstes Bauwerk Österreichs unter Denkmalschutz gestellt.
2012 kam ein Depot für Skulpturen hinzu, 2015 zwei neue unterirdische Säle zur Präsentation von Porträtminiaturen sowie Glaskunst von 1500 bis 1850.

Im Skulpturendepot stellt derzeit Clemens Fürtler aus. Clemens Fürtler (Mödling 1966) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien Malerei. Heute arbeitet der Künstler multimedial mit dem breiten Spektrum künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten und bewegt sich gekonnt zwischen den Medien Skulptur, Malerei, Fotografie und Film.

Bildmaschinen

nennt Clemens Fürtler seit vielen Jahren pauschal seine Werke. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Clemens Fürtler mit dem Thema Verkehr in einer auf Gewinn von Zeit und Geld, auf Mobilität, Individualismus und Konsum ausgerichteten Welt. Reduziert auf die Basiskomponenten Fahrzeug, Straße und Schiene zeigt er das System des permanenten und massenhaften Transports von Waren, Arbeitskräften und Individualreisenden als funktionsloses, per se logistisches und somit letztlich delirierendes System. Wir sehen scheinbar endlos verlaufende Hochhaus-Straßentürme, allesamt als Modelle, Sinn- und Schaubilder für die sich selbst vermeintlich vorantreibende und sich dabei doch in einer Endlosschleife immer wieder repetierende Maschinerie der modernen Großstadtwelt.

Diese Konstrukte zeigen eine moderne Welt als menschenleere, seelenlos technoide Apparatur, ein in sich selbst gefangenes, sich selbst genügendes System im Dauer-Loop.

Die sich selbst genügende Maschine ist allerdings nur ein Teil dessen, was Fürtlers Bildmaschinen repräsentieren und vermitteln. Eine Maschine ist ja in erster Linie kein Selbstzweck, sondern dafür konstruiert, etwas zu erschaffen und zu produzieren. Fürtlers Arbeiten sind also nicht nur Maschinerie, sondern Maschinen, die Bilder produzieren. Und zwar nicht nur Bilder im Kopf in Form von Assoziationen, sondern auch ganz konkrete Bilder. Die sich bewegenden Elemente, Autos und Eisenbahnen, sind mit kleinen Scheinwerfern und zum Teil mit Kameras ausgestattet. Auch in die Architekturelemente sind Beleuchtungselemente integriert, die sowohl statische als auch dynamische Licht- und Schatteneffekte auf den umliegenden Wänden bzw. mit den Kameras bewegte Bilder erzeugen. Diese wirken umso stärker, als Fürtler die Ausstellungsräume immer ins Dunkel taucht, so dass die Licht- und Schattenspiele markant zur Geltung kommen.

In weiterer Folge übersetzt Fürtler die Licht- und Schatteneffekte in autonome Kunstwerke, in eigenständige Objekte: In Fotogramme, also Direktbelichtungen auf Fotopapier, in Polaroids, in bewegte Bilder und schließlich auch in Malerei auf Leinwand.

(Lucas Gehrmann und Reinhard Spieler, Kunsthistoriker)

Fürtlers Kunst führt uns zu Megacities   

Folgt man der Anthropologin Janice Perlman sind Megastädte äußerst attraktiv und ihre Energie übt eine immense Anziehungskraft aus. Mit ihrem Wachstum vergrößern sich zugleich die Chancen ihrer Bewohner: Neue Jobs werden geschaffen, neue Möglichkeiten entstehen. Die Kehrseite ist die sogenannte "Zweiteilung der Stadt" und die negativen Auswirkungen mangelnder Chancengleichheit. Wir alle kennen die Opportunitätskosten – also den für die Städte entgangenen Nutzen – all der tatkräftigen, enthusiastischen und kreativen Menschen und Problemlöser, die in irregulären Siedlungen leben und marginalisiert werden.

Die natürliche Entwicklung von Slums und Barackensiedlungen hin zu florierenden Arbeitervierteln aufzuhalten und den Zustand einer "geteilten Stadt" zu verewigen, schadet der Entwicklung wie der Stabilität unserer Städte. Durch den Ausschluss der armen Bevölkerung entgehen einer Stadt nicht nur Arbeitskräfte und Produktivität, sondern auch Konsumeinnahmen und demokratische Teilhabe. Darüber hinaus werden die öffentliche und individuelle Sicherheit sowie die Widerstandskraft gegen eine Verhärtung des sozialen Klimas beeinträchtigt. 

Das architektonische Meisterwerk Museum Liaunig,  das als begehbare Land-Art in der Landschaft positioniert ist, würde auch in einer Mega-City einen durchaus auffälligen öffentlichen Raum darstellen.

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