Geld fehlt an allen Ecken und Enden

Jeden Euro mehrmals umdrehen müssen die sieben Abgangsgemeinden im Bezirk. So bleiben etwa wichtige Straßensanierungen auf der Strecke
  • Jeden Euro mehrmals umdrehen müssen die sieben Abgangsgemeinden im Bezirk. So bleiben etwa wichtige Straßensanierungen auf der Strecke
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Klagenfurt Land. Aus den Budgetvoranschlägen 2010 der Klagenfurt Land-Gemeinden geht hervor: Sieben von ihnen weisen einen Abgang auf, den das Land begleichen wird müssen. Bei drei weiteren sind laut Angaben des Landes die Strukturkosten zu hoch (siehe Infobox) – auch sie werden den Gürtel noch enger schnallen müssen. Die WOCHE fragte nach, wie gespart wird.

In Techelsberg wurden Budget- und Leistungskürzungen bis aufs Minimum vorgenommen, der Abgang wäre sonst noch höher. Das Pilotprojekt „Schulbus“ wurde gestrichen. Bgm. Johann Koban: „Wir fahren auf Sparflamme, was Folgewirkungen für die Wirtschaft hat, weil wir keine Aufträge zu vergeben haben – etwa im Straßenbau. Schulden zu machen ist fast notwendig, um dagegenzusteuern.“

Straßen bleiben auf der Strecke
Kaum Spielraum hat auch die Zuzugsgemeinde Magdalensberg, so Bgm. Andreas Scherwitzl, der alleine 80.000 Euro jährlich durch zwei nicht personell besetzte Planposten spart. „Wir finanzieren Projekte auf längere Zeit oder schieben sie auf. Der Zustand unserer Straßen ist deshalb desaströs, 200.000 Euro fehlen mir für die Sanierung der Brücke über die Gurk, das Feuerwehrhaus in Ottmanach weist schon Risse auf und auch der Friedhof hat Sanierungsbedarf.“ Das Einzige, wo Scherwitzl nicht spart, ist die Kinderbetreuung: „Da gibt es von uns ein klares Bekenntnis. Wir wollen für Kinder und Familien da sein.“

Auch in Maria Rain sind laut Bgm. Franz Ragger die Strukturkosten im Kindergartenbereich zu hoch. „Wir reduzieren das jetzt.“ Raggers Rechenbeispiel: „Vor fünf Jahren betrugen die Pflichtausgaben ca. 500.000 Euro, jetzt stehen wir bei einer Million.“ Bei den freiwilligen Leistungen sei die Gemeinde 1,5 Prozent unter dem Landesschnitt. Ragger: „Die Bürger spüren unseren Sparkurs insofern, dass wir keine Neuasphaltierungen durchführen können. Auch den Ausbau der Ortsbeleuchtung müssen wir hintanstellen.“
In St. Margareten und Zell ist der Abgang auch eine Folge fehlender Wirtschaft.

Bgm. Lukas Wolte (St. Margareten) setzt in Zukunft vor allem aufs Energiesparen. Engelbert Wassner (Zell): „So hoch wird der Abgang wohl nicht werden, rund 150.000 Euro sind es.“

In Moosburg und Ludmannsdorf arbeitet man ständig daran, einzusparen. Moosburgs Bgm. Herbert Gaggl: „Es sind bei uns 226.000 Euro Abgang.“
In Krumpendorf und Pörtschach seien die Strukturkosten zu hoch – „Altlasten“, so Bgm. Peter Nemec, der auf allen Ebenen durch momentane Umstrukturierungen einspart. Pörtschachs Bgm. Franz Arnold: „Das ist zum Teil auf den Kindergarten zurückzuführen. Da alle Pädagoginnen als „B“ eingestuft sind, schlagen sich deren Gehälter auf unsere Kosten nieder.“
Für Maria Wörths Bgm. Adolf Stark stimmt die Analyse der Gemeindeabteilung schlicht nicht: „Wir sind sparsam, haben Rücklagen gebildet und liegen genau im Stellenplan. Seit zehn Jahren bilanzieren wir positiv.“

Abgangsgemeinden:
Die Abgangsgemeinden (Quelle: Landesregierung, Daten aus Budgetvoranschlag 2010):
Ludmannsdorf: 278.700 Euro
Magdalensberg: 235.000 Euro
Maria Rain: 167.200 Euro
Moosburg: 230.100 Euro
St. Margareten: 290.000 Euro
Techelsberg: 149.600 Euro
Zell: 274.500 Euro

Gemeinden mit zu hohen Strukturkosten:
Krumpendorf, Maria Wörth, Pörtschach.

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