Trinkwasser Sierndorf
Mit Chlor gegen Bakterien

Ganz so gefährlich ist das Wasser aber sicher nicht. | Foto: Friedrich Doppelmair
  • Ganz so gefährlich ist das Wasser aber sicher nicht.
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Seit Monaten muss in Sierndorf das Trinkwasser wegen Verunreinigungen abgekocht werden.

BEZIRK KORNEUBURG | SIERNDORF. Nicht nur, dass das Wasser aus der öffentlichen Leitung nach Chlor riecht, muss es nach wie vor abgekocht werden, berichtet leicht genervt ein Sierndorfer. Für ihn und nicht wenige andere Betroffene stellt sich immer dringender die Frage, warum die Behebung des Missstandes so lange auf sich warten lässt. "Bereits Anfang August 2020 wurden die Bewohner von Obermallebarn aufgefordert, das Leitungswasser abzukochen", erklärt ein Bewohner. "Seither ist über ein halbes Jahr vergangen und das Problem ist noch immer aktuell. Dass durch das Abkochen des Wassers beziehungsweise der Ersatz durch Mineralwasser in Flaschen für eine Familie finanzielle Mehrkosten verursacht werden, verstärkt noch die um sich greifende Kritik."

Wasser aus Stockerau

Sierndorf bezieht das Wasser aus Stockerau. In der Gemeinde selbst wird das kostbare Nass von vier Sammelbehältern über ein fast 80 Kilometer langes Rohrnetz verteilt. „Dass die Lokalisierung der Schadstelle so lange dauert, hätte ich mir auch nicht gedacht“, erklärt Bürgermeister Gottfried Muck. "Unter Abstimmung mit der Behörde (AGES und BH) haben wir letztlich festgelegt, nach der neuerlichen Chlorierung und deren Analysierung, das Trinkwasser bei hundertprozentiger Keimfreiheit wieder frei zu geben."
Da es, auch in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, nicht möglich war und ist, die Ursache für die Verunreinigung zu finden, plant die Gemeinde auch die Hochbehälter zu überholen. "Wir werden den Innenputz neu und die Lüftungsrohre zu machen“, erklärt Muck, "wir sind mit den Baufirmen schon in Gesprächen. Ab Ende April/Anfang Mai sollten dann die Probleme aus der Welt geschafft sein."

Chlorgeruch verunsichert

Das Wasser aus Stockerau wird derzeit ab der Übergabestelle chloriert, um die Bakterien zu bekämpfen. Es dauert bei der Größe des Rohrnetzes und der Behälter aber seine Zeit, bis das Chlor verteilt ist, besonders bei den Hausanschlüssen. Um eine gesundheitlich negative Wirkung auszuschließen, darf nur eine genau bemessene Menge eingeleitet werden, was wiederum bewirkt, dass die Verteilung des chlorierten Wassers durch das gesamte Netz nicht so schnell geht.
Der über diesen Zeitraum bemerkbare Chlorgeruch ist nach Angaben des Bürgermeisters allerdings absolut bedenkenlos. "Es wird mit Sicherheit nicht zu viel Chlor eingebracht, die Vorgaben werden penibel eingehalten."
Was einige der Betroffenen allerdings nicht unbedingt beruhigt. Vor allem beunruhigt die bereits dritte Chlorierung in verhältnismäßig kurzen Abständen. Chlor soll sicherstellen, dass sich im Trinkwasser keine Fäkalkeime befinden. Als Hilfsmittel dient der Zeigerkeim E. coli. Obwohl einige Keime dieser Art ungefährlich sind, darf E. coli in 100 Millilitern Wasser kein einziges Mal vorkommen. Mit Chlor oder Chlordioxid mindern Wasserversorger weltweit das Risiko einer solchen Verschmutzung. Das österreichische Trinkwasser darf maximal mit 0,1-0,2 Milligramm Chlor pro Liter versetzt werden. In anderen Ländern liegen die Werte zum Teil deutlich höher.

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