22.05.2017, 09:59 Uhr

Paketzentrum Langenzersdorf: Post und Gemeinde wehren sich

So soll das Paketzentrum, laut Aussendung der Post, an der Anschlussstelle Korneuburg Ost aussehen. (Foto: privat)

Bürgerinitiative sprach in der ORF-Sendung Bürgeranwalt vor.

BISAMBERG/LANGENZERSDORF. Die Österreichische Post AG ist fest entschlossen, das von ihr in Langenzersdorf, neben der A22-Anschlussstelle Korneuburg Ost, geplante Paket-Verteilerzentrum zu verwirklichen. "Wir brauchen dieses Logistikzentrum unbedingt", erklärt Post-Vorstandsvorsitzender Georg Pölzl. Auch in der Marktgemeinde Langenzersdorf wäre die Post herzlich willkommen, bringt sie doch, laut eigenen Angaben, rund 300 Arbeitsplätze in die Region und zudem wertvolle Kommunalsteuer.
Weit weniger begeistert sind jene Bisambergerinnen und Bisamberger, die nahe des geplanten Projektes wohnen. Wie bereits öfters berichtet, hat sich hier eine Bürgerinitiative formiert, die die Errichtung des Logistikzentrums mit allen Mitteln, dazu gehört auch Anwalt Wolfgang List, verhindern will. Erst vergangenen Samstag hat man Ängste, Bedenken und Anliegen bei der ORF-Sendung Bürgeranwalt deponiert.

Gemeinde: So nicht!

Neben Verkehrs-Chaos und Staus, werden von der Bürgerinitiative "Nein zum Logistikzentrum" vor allem Lärm, Licht und Umweltverschmutzung befürchtet. Auch eine mögliche Ausdehnung des momentan in Umwidmung befindlichen Grundstückes, von derzeit 10 auf insgesamt 40 ha wird befürchtet.
"Das ist eine Falschmeldung", lässt Langenzersdorfs Bürgermeister Andreas Arbesser ausrichten. Das Gebiet im Bereich des Autobahnzubringers Korneuburg Ost ist seit 34 Jahren als Betriebsfläche gewidmet – ein Teil als "Bauland Sondergebiet Wärmekraftwerk", ein anderer als "Bauland Betriebsgebiet" beziehungsweise "Bauland Betriebsgebiet Aufschließungszone". "Der einstimmige Gemeinderatsbeschluss zur Umwidmung auf Bauland Betriebsgebiet - Logistik gilt nur für die rund 10 ha", erklärt Gemeindeamtsdirektor Helmut Haider. "Von einer Ausdehnung auf 40 ha kann keine Rede sein."
Auch den Vorwurf von Bürgerinitiativen-Anwalt List, eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei ein absolutes Muss, weist Langenzersdorf zurück. "Das Amt der NÖ Landesregierung hat nach Prüfung durch Sachverständige aus den Bereichen Raumordnung und Naturschutz am 11. November 2016 bestätigt, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung für die Widmung erforderlich ist, da keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind." Denn, so heißt es in einer Stellungnahme der Marktgemeinde, "die Schutzgebiete Bisamberg und Tullnerfelder Donau Auen sind nicht beeinträchtigt. Das Schutzgebiet Bisamberg liegt mehr als 1,2 km entfernt und die Auen sind gänzlich auf der anderen Seite der A22."

Kein Plan B

Einen anderen in Frage kommenden Standort als Langenzersdorf gäbe es nicht, wie Post-Vorstandsvorsitzender Pölzl erklärt. Man wolle hier ein "ökologisches Vorzeigeprojekt" umsetzen. Verständnis für die Befürchtungen und Ängste der unmittelbaren Anrainer hat man scheinbar keines: "Es kann nicht sein, dass jeder Standort madig gemacht wird." Zumal es in Niederösterreich gar nicht einfach sei, für ein derartiges Bauvorhaben überhaupt einen geeigneten Standort zu bekommen.
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H. Buchegger aus Korneuburg | 26.05.2017 | 00:43   Melden
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