Einsiedlerbad in Margareten: Fertigstellung zum Sommer

Noch ist hier Baustelle, aber das neue Bad nimmt schon Formen an.
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MARGARETEN. Normalerweise heißt es ja: "Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen" - in Margareten ist genau anders herum, wenn im Sommer das Einsiedlerbad eröffnet wird. Denn dort heißt es: "Erwachsene nur in Begleitung von Kindern." Das Bad im Park, an dem momentan noch auf Hochtouren gebaut wird, wird dezidiert ein Familienbad sein. Und damit ist Margareten ein Vorbild für ganz Wien: Das Einsiedlerbad ist das erste dieser Art, das seit 40 Jahren gebaut wird. Kein Wunder, das Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery (SPÖ) stolz durch das - momentan noch in Bau befindliche - Gebäude führt.

Und dabei, gemeinsam mit Hannes Stangl und Hermmann Wibner, den Experten von der MA44 (Wiener Bäder), auch ein Stück Stadtgeschichte erzählt: "Früher hat es in Wien 32 Kinderfreibäder gegeben." Und dabei ist "Kinderfreibad" wörtlich zu verstehen: Dort waren keine Erwachsenen erlaubt, Kinder ab sechs Jahren wurden tatsächlich alleine ins Bad geschickt. Was heute wie der ultimative Albtraum aller besorgten Eltern klingt, war - vor allem in der Nachkriegszeit, als die meisten dieser Bäder gebaut wurden - selbstverständlich und eine wertgeschätzte Betreuungseinrichtung. Denn die Kinder wurden in den Bädern natürlich nicht unbeaufsichtigt gelassen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Bäder hatten eine richtige Aufsichts- und Betreuungsfunktion.

Das wird im Einsiedlerbad nicht mehr so sein, hier übernehmen die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder, die aber nach wie vor die prioritäre Zielgruppe des Bads sein werden. So wird es im Außenbereich zwei "Nichtschwimmerbecken" geben - das heißt, sie sind nicht tiefer als 60 Zentimeter. Eines der Becken wird zur Hälfte auch in den Innenbereich reichen. Kinder zahlen keinen Eintritt für das Bad, die erwachsenen Begleitpersonen 3,20 Euro. Aber auch wenn das Bad ein Familienbad wird, was im ersten Stock derzeit gebaut wird, dürfte vor allem bzw. ausschließlich die Erwachsenen interessieren: Hier entsteht ein öffentlicher Saunabereich, der auch über einen eigenen Eingang erreichbar sein wird. Eine Tageskarte hierfür wird - wie in allen städtischen Bädern - 13 Euro kosten, für Pensionisten 10,60 Euro.

Liegewiese wird im Herbst zum Park

Für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher wird übrigens auf beiden Ebenen gesorgt sein, denn es soll zwei Buffets geben. Insgesamt wird das Einsiedlerbad den Raum von rund 2.500 Quadratmetern einnehmen und während des Betriebs im Sommer durch einen Zaun vom restlichen Park getrennt sein, damit es zu keiner Gefahr für Kinder im Park kommt. Wenn der Badebetrieb im Herbst eingestellt wird, kann der Zaun dann einfach entfernt werden, um wieder mehr Parkfläche zur Verfügung stellen. Das Familienbad soll rechtzeitig zur sommerlichen Badesaison fertig werden, der Saunabereich dann bis zum Herbst, denn wenn der Sommer auch nur annähernd so heiß wird, wie der vergangene - dann werden sich die Saunagelüste wohl wirklich bis zum Herbst in Grenzen halten.

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