16.06.2017, 09:29 Uhr

Hofgasse: Raser in der Wohnstraße

Klaus Requat und Heidi in der Wohnstraße Hofgasse. Statt spielender Kinder dominieren Autofahrer die Gasse.

Ein Anrainer möchte für die Hofgasse, deren Status von vielen Autofahrern nicht beachtet wird, verkehrsberuhigende Maßnahmen privat finanzieren.

MARGARETEN. In der Hofgasse im Schloßquadrat scheint die Zeit stillgestanden zu sein: Spätbarock-biedermeierliche Gebäude begrenzen die mit Kopfsteinpflaster belegte Gasse, auf der Kinder gefahrlos spielen können, da es sich um eine Wohnstraße handelt. Theoretisch – praktisch sieht die Sache laut Anrainer Klaus Requat anders aus.

"Die Hofgasse wird ständig als Verbindung zum Mittersteig verwendet. Die Autofahrer sind zu faul zur Zentagasse vorzufahren und brettern von der Pilgramgasse kommend durch die Wohnstraße", so Requat, der seit zwanzig Jahren im Eckhaus Hofgasse/Margaretenstraße wohnt und arbeitet. "In einer Wohnstraße ist Schrittgeschwindigkeit zu fahren, das sind 4 bis 8 km/h. Außerdem dürfen nur Anrainer und der öffentliche Dienst eine Wohnstraße benutzen", so Requat, der um das Leben seines Freigängerkaters Koriander bangt.

Das Gewissen von der Ecke

Vor einem Jahr suchte Requat Bezirksvorsteherin Susanne Schaefer-Wiery (SPÖ) auf. Diese nahm das Problem ernst und versprach, sich um eine Maßnahme zu bemühen, doch das Budget fehlte. Aus diesem Grund wollte Requat, der sich selbst als "das Gewissen von der Ecke" bezeichnet, eine Schwelle samt Zusatztafel zum Wohnstraßenschild aus eigener Tasche bezahlen. "Ich wurde von der zuständigen Magistratsabteilung abgewimmelt mit dem Hinweis, ein Privater dürfe das nicht bezahlen." Nachgefragt bei der Magistratsabteilung 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau, zeigt man sich überrascht von dem Vorwurf des Abwimmelns, ebenso wie Schaefer-Wiery. "Man kann sich sehr wohl mit Privatpersonen einigen. Der Umbau der Herrengasse wurde von den Geschäftsleuten vor Ort privat bezahlt", so die Bezirkschefin zur bz.

Unterstützung erhält der Anrainer von der FPÖ Margareten. Klubobmann Fritz Simhandl hat sich die Situation angesehen und wird bei der Bezirksvertretungssitzung am 20. Juni einen Antrag auf eine Schwelle samt Zusatztafel stellen. Für Schaefer-Wiery unnötig. "Da brauchen wir keinen Antrag. Herr Requat und ich können uns sicher persönlich austauschen. Es wäre lächerlich, wenn wir keine Lösung finden!"
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