Achau: Hochwasserschutz an der Pottendorfer Linie

BEZIRK MÖDLING. Im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Pottendorfer Linie, im Abschnitt zwischen der Wiener Stadtgrenze und Münchendorf, hat die ÖBB-Infrastruktur AG, gemeinsam mit der Gemeinde Achau, ein umfassendes Hochwasserschutzprojekt umgesetzt – und das nicht nur zum Schutz der Gemeinde vor einem 100jährigen Hochwasserereignis des Krottenbaches. Es dient ebenso als ökologische Ausgleichsfläche für die Eingriffe im Rahmen des Ausbaus der Bahnstrecke und stellt ein neu erschlossenes Naherholungsgebiet für AnrainerInnen dar. Auch Fauna und Flora blühen hier wahrlich auf: Das Vorzeigeprojekt bietet neuen Lebensraum für Schilf- und Stelzvögel, Niederwildarten, mehrere Fischarten und Greifvögel.

Das Hochwasserschutzprojekt
Dieses Projekt für den Achauer Krottenbach liegt genau in dem Bereich, wo sich die Aspangbahn mit der Pottendorfer Linie überschneidet. Denn in Achau treffen Triesting, Schwechat, Mödlingbach und Krottenbach zusammen und treten immer wieder über die Ufer.
Nun sorgen künftig drei Hochwasserretentionsbecken mit 166.000 Kubikmetern, inklusive zugehörigen Verbindungs- und Drosselbauwerken, für einen besseren Schutz.

Einige Grundstücksflächen in den Becken dienen als ökologische Ausgleichsflächen „Wiese – Feuchtwiese“ und können mittlerweile ökologische Erfolge verzeichnen. Bereits angesiedelt haben sich hier:

· Kiebitze
· Bachstelzen
· Fisch- und Silberreiher
· Bussarde
· Wanderfalken
· Rotbauchunke (Kröte)
· Wechsel- und Knoblauchkröte
· Bitterling (Fisch)
· Wasserfrösche

Win-Win-Situation
„Die ÖBB sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Wir legen großen Wert auf die Natur – und das selbstverständlich auch bei unseren Bauprojekten. Der Hochwasserschutz in Achau ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz in bester Kooperation mit unseren Projektpartnern gelebt wird“, erklärt Andreas Matthä, ÖBB-Vorstandsvorsitzender. Die Hochwasserschutzbecken und die dafür notwendigen Bauwerke an der Aspangbahn wurden durch die ÖBB-Infrastruktur AG errichtet. Die Kosten von rund 1,5 Millionen Euro trägt die Gemeinde Achau mit Förderung des Landes Niederösterreich und des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus.

„Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Gemeinde Achau wurden Schutzmaßnahmen umgesetzt. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus stellte dafür insgesamt rund 1,12 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird wertvoller Siedlungs- und Wirtschaftsraum in Niederösterreich vor Hochwasser besser geschützt und der Krottenbach ökologisch verbessert“, begrüßt auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus das Projekt. Weitere Informationen auch unter: www.bmnt.gv.at/wasser.

„Der Hochwasserschutz hat für uns als Gemeinde Achau einen hohen Stellenwert und Priorität, insofern sind wir sehr froh, dass wir das Projekt des Retentionsbeckens am Krottenbach gemeinsam mit der ÖBB und unseren Fördergebern, Republik Österreich und Land Niederösterreich, umsetzen konnten. Im Sinne der Bevölkerung haben wir hier nun einen verbesserten Schutz vor möglichen Überflutungen und arbeiten weiter am Gesamtkonzept, welches wir hoffentlich in naher Zukunft umsetzen können. Unser Dank gilt allen Beteiligten“, berichtet Michael Exarchos, Bürgermeister Gemeinde Achau.

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Sicherheit der Menschen und der Schutz ihres Hab und Guts stehen an erster Stelle, deswegen ist es wichtig, Hochwasserschutzprojekte wie dieses weiter voranzutreiben. Wir wollen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einen Grünen Ring um Wien schließen, da passt dieses Projekt genau dazu, denn hier werden neben dem Hochwasserschutz auch gleichzeitig wertvolle Grün- und Erholungsräume geschaffen.“

Zweigleisiger Ausbau
Der Ausbau der Pottendorfer Linie zählt zu den Schlüsselprojekten an der Südstrecke. Bis 2023 entsteht eine durchgehend zweigleisige Verbindung zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt. Die Maßnahmen teilen sich in zwei Etappen. Die erste davon startete 2016. Bis 2019 erhalten die Bahnhöfe Hennersdorf, Achau und Münchendorf ein attraktives, einladendes Erscheinungsbild und rundum barrierefreie Zugänge. Auf der Strecke zwischen der Wiener Stadtgrenze und Münchendorf wird zum bestehenden Gleis ein zweites hinzugelegt.

In der zweiten Phase erfolgt der zweigleisige Ausbau im Abschnitt Ebreichsdorf. Danach ist die Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wr. Neustadt durchgehend zweigleisig ausgebaut und die Voraussetzung für eine Verdichtung des Zugangebots geschaffen. Zusätzlich sichern die Ausbaumaßnahmen auf Jahre hinaus Arbeitsplätze und daraus resultierend Wertschöpfung in der Region.

Mehr Sicherheit
Die Ausbaumaßnahmen leisten zusätzlich einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Straße und Schiene. Im gesamten Projektgebiet werden sämtliche Eisenbahnkreuzungen durch Unter- oder Überführungen ersetzt – ein Plus für die Sicherheit aller VerkehrsteilnehmerInnen! Wartezeiten an geschlossen Schranken gehören der Vergangenheit an. Das beschleunigt den Verkehr und garantiert rascheres Vorankommen.

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