04.10.2014, 12:05 Uhr

Bürgermeister Köck besuchte Lebenshilfe

Im Frühjahr dieses Jahres hatte Andrea Winter die Leitung der Lebenshilfe-Werkstätte Gumpoldskirchen übernommen.

Anfangs Oktober 2014 lud sie Bürgermeister Ferdinand Köck in die Werkstätte ein und informierte ihn über die Aufgaben und Arbeiten dieser Institution.

Bei einem Rundgang durch die Werkstätte konnte sich Köck über die vielfältigen Arbeiten der betreuten Menschen überzeugen.

Die Lebenshilfe-Werkstätte ist in mehrere Gruppen unterteilt, die sich folgenden Aufgaben widmen:

Industriegruppe
Kuvertieren, Verpacken und mechanische Arbeiten

Bügelgruppe:
Wäsche waschen, trocknen, bügeln sowie Abhol- und Zustellservice

Holzverarbeitungs- und Außengruppe:
Rasen mähen, trimmen, vertikutieren, Hecken schneiden, Laubarbeiten, Unkraut jäten, Grundreinigungen, rechen/kehren, Parkplatzreinigungen.
Geschenke und Dekorationen aus Holz.

Auch Sport kommt bei der Lebenshilfe nicht zu kurz. So bietet die Werkstätte Gumpoldskirchen ihren Klienten jeden Freitag ein breites Angebot an sportlichen Aktivitäten an. So wurde im Rahmen eines Projektes im Sommer 2012 auch der erste Versuch gestartet, den Klienten Fußball als sportliche Ertüchtigung näher zu bringen. Im Rahmen des 20-jährigen Bestehens des Werkstätte Gumpoldskirchen wird es am 12. September 2015 ein Fußballturnier für Lebenshilfe Mannschaften geben.

Darüber hinaus wird es auch ein großes Fest in der Werkstätte Gumpoldskirchen geben, um das Jubiläum festlich zu begehen.

Von 17. – 20. November 2014 findet in der Lebenshilfe Gumpoldskirchen, Am Kanal 8-10, eine Weihnachtsausstellung statt, bei der liebevoll gestaltete Weihnachtsartikel sowie Speis und Trank angeboten werden.


Lebenshilfe Niederösterreich

Die Lebenshilfe Niederösterreich wurde im Jahr 1967 gegründet. Seit der Gründung hat sich aus einer Elterninitiative eine Organisation mit klaren Abläufen und Strukturen herausgebildet.
Die Lebenshilfe Niederösterreich ist eine Menschenrechtsorganisation mit dem Ziel, die volle Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen durchzusetzen.
Die Lebenshilfe Niederösterreich ist überkonfessionell und parteipolitisch ungebunden.
Die Lebenshilfe Niederösterreich ist eine der UN-Konvention entsprechende Organisation, die Assistenz und Unterstützung für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung anbietet.
Die Lebenshilfe Niederösterreich unterstützt darüber hinaus Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung bei der Durchsetzung, Umsetzung und Wahrung ihrer Interessen. Unsere Angebote richten sich an Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und deren Eltern und Angehörige in jeder Altersstufe und in jeder Lebensphase. Alle Menschen in der Lebenshilfe Niederösterreich arbeiten gemeinsam mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Rahmen einer inklusiven Gesellschaft im Interesse für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Die Arbeit vollzieht sich im gemeinsamen Austausch zwischen KlientInnen, Angehörigen und MitarbeiterInnen. Die Arbeit an den Zielen und Herausforderungen ist geprägt von Verbindlichkeit, Vertrauen, Transparenz, Mitbestimmung, Kooperation und der Tatsache, individuelle Werte und Ziele im Konfliktfall hintanstellen zu müssen, um eine innovative Kraft für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung zu bleiben.

Arbeit in den Werkstätten der Lebenshilfe Niederösterreich
Die Werkstätte stellt sich als Möglichkeit der Entfaltung und als Ort der zwischenmenschlichen Begegnung dar. Sie sieht sich als Ort der Bildung und des Lernens an dem lebenspraktische Förderungen, sportliche Betätigungen, musisch- kreative Ausdrucksmöglichkeiten Platz haben soll. Es soll aber auch Platz sein für persönliche Kontakte mit Kollegen und Freunden, um Freundschaften aufrechtzuerhalten und genießen zu können.
Natürlich ist die Werkstätte auch Ort des Arbeitslebens, an dem Begriffe, wie Leistung oder Produktion bzw. Werte wie Sorgfalt im Umgang mit Materialien, Ausdauer, Kontinuität, Pünktlichkeit vermittelt werden sollen.
Die Werkstätten der Lebenshilfe Niederösterreich sind durchgehend von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 16.00 und Freitag von 8.00 bis 14.00 Uhr geöffnet:
• Ganzjährig bieten wir in den Werkstätten unsere selbst erzeugten Produkte, wie Holzarbeiten, Tonarbeiten, Kreatives Kunsthandwerk, Liköre und Marmeladen an
• Wir erledigen für sie zuverlässig Industriearbeiten – Verpackungs- und Fertigungsarbeiten, Etikettierarbeiten und Kontrollarbeiten
• Versandarbeiten – kuvertieren, Adressieren, nach Postleitzahlen ordnen, bündeln bis hin zum Postversand
• Unsere Aussengruppen bieten Grünflächenpflege- Rasen mähen, Auspflanzen und Betreuung von Gärten, Bäume - Hecken schneiden an.
• Catering
• Bügelarbeiten
In den Werkstätten wird sehr individuell gearbeitet, nicht nur fertige Produkte können sie in den Werkstätten erwerben, sondern auch Produkte die sie nach ihren Ideen und Vorstellungen verwirklicht haben wollen.
Wenn sie Interesse an Produkten oder an Dienstleistungen haben kontaktieren sie uns.

Durch Arbeit erfahren wir ein sinnvolles Entfalten von Aktivitäten, erleben wir Leistung, Nützlichsein und die Teilhabe an einem größeren Lebensbereich, dem man sich zugehörig fühlen kann und gelangen damit auch zu einer Stärkung des Selbstwertes und Lebensgefühles. Dies gilt auch für Menschen mit Behinderung!
Unsere Leitziele orientieren sich an Prinzipien der Normalisierung, der Inclusion und der Selbstbestimmung. Die gesetzliche Grundlage für unsere Arbeit ist im NÖ Sozialhilfegesetz - §32 Hilfe zur sozialen Eingliederung, §33 Hilfe zur sozialen Betreuung und Pflege - und in den dazugehörigen Verordnungen und Leitlinien verankert. Die weitest mögliche soziale und berufliche Integration stellt ein vordergründiges Ziel unserer Arbeit dar. Wir bieten in den Werkstätten ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Beschäftigung einerseits, sowie Bildung, lebenspraktische Förderung und therapeutischen Maßnahmen andererseits an. Für einige Klienten stellt die berufliche Eingliederung ein realistisches Ziel dar. Dazu gibt es weitere Unterstützungsangebote, etwa die Qualifizierungsprojekte in Gumpoldskirchen, Felixdorf, Baden und Erlauf oder die Arbeitsassistenz im Industrieviertel.
Bei intensiver Form von Behinderung steht eine elementare Förderung, wie zum Beispiel durch basale Stimulation und therapeutische Maßnahmen, im Vordergrund.
Die dauerhafte Arbeit in der Werkstätte stellt neben dem Ziel zur beruflichen Integration am ersten Arbeitmarkt eine gleichwertige und gleichbedeutende Möglichkeit für Menschen mit Behinderung dar. In den Werkstätten haben daher Begriffe aus der Arbeitswelt, wie Leistung, Produktion und Wirtschaftlichkeit bzw. Werte des Berufslebens, wie Sorgfalt im Umgang mit Material, Sauberkeit, Kontinuität, Pünktlichkeit, ebenso ihre Gültigkeit. Gesehen wird das aber unter dem Gesichtspunkt der individuellen Leistungsfähigkeit und Möglichkeit des Einzelnen. Menschen mit Behinderung erleben in unseren Werkstätten ein differenziertes und ausgewogenes Angebot an verschiedenen Tätigkeiten, die von Industriearbeiten über handwerklich-kreative Tätigkeiten, Arbeiten mit Ton, Holz, Metall, Speckstein, bis hin zu hauswirtschaftlichen Verrichtungen, wie eigene Kochgruppen und Catering reichen.

Dienstleistungsangebot
Die verschiedenen Angebote entsprechen den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten und können selbst gewählt werden.
Besonders in den letzten Jahren wurden in Außengruppen Dienstleistungen für Gemeinden und private Kunden angeboten, vor allem im Bereich der Grünlandpflege. Diese Arbeit ermöglicht auch eine größere Präsenz in der Öffentlichkeit und ein verstärktes Wahrnehmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung. Um einen umfassenden Bildungsauftrag gerecht zu werden, wird in der Werkstatt lebenspraktische Förderung von Hygiene, Umgang mit Geld, Einkaufen, Benützung öffentlicher Einrichtungen und Verkehrsmittel, sowie kognitive Förderung wie Schreiben, Rechnen und Führen von Gesprächen angeboten. Diese Bildungsangebote sind im Arbeitsalltag eingebaut und werden auch von Fachkräften wie Lehrer oder Trainer übernommen. Zu den wichtigen Aufgaben zählt auch, den Klienten jene Fertigkeiten zu vermitteln, die sie zur vermehrten Teilnahme am sozialen Leben benötigen: Vermitteln sozialer Fertigkeiten, Ermöglichen von sozialem Lernen. In der Werkstätte wird der Kontakt mit Freunden und Freundinnen gepflegt und unterstützt, Begegnungen ermöglicht.
Zusätzlich wird in den Werkstätten Musik, Sport, Förderung bzw. Training sozialer
Kompetenzen und spezielle Workshops - zu Themen wie Erste Hilfe, Partnerschaft und Sexualität - angeboten.
Die Klienten sind in Entscheidungsfindungen im Rahmen des Konzeptes zur Mitbestimmung durch Besprechungen, Werkstättenparlament und Konferenzen miteingebunden. Dabei geht es zum einen um die Mitgestaltung des täglichen Miteinanders zum andern aber auch um das Kennen lernen von demokratischen
Entscheidungsformen. Im Rahmen des Konzeptes zum Werkstättensprecher wird in der Werkstätte ein Sprecher als Vertreter der Menschen mit Behinderung gewählt, um die Interessen und Anliegen seiner Kollegen wahrzunehmen und zu vertreten.
Im höheren Alter erfahren die Klienten in „Seniorengruppen“ spezielle Angebote, die auch auf das vermehrte Ruhebedürfnis Rücksicht nehmen. In Zukunft soll es auch möglich sein, dass Menschen mit Behinderung in „Pension“ gehen können und den Lebensabend in ihrem Wohnhaus oder in ihrer Wohngruppe - von uns begleitet und unterstützt - verbringen können.

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