Shades Tours
Ein Spaziergang durch das Wien der Drogensüchtigen

Heribert Stern war früher drogenabhängig. In seinem Leben nach der Sucht macht er Führungen durch Wien.
  • Heribert Stern war früher drogenabhängig. In seinem Leben nach der Sucht macht er Führungen durch Wien.
  • Foto: Shades Tours
  • hochgeladen von Elisabeth Schwenter

Heribert Stern hat das Leben unter Drogeneinfluss hinter sich. Jetzt leitet er Touren durch das Wien der Süchtigen.

RUDOLFSHEIM. Heribert Stern ist überzeugt, dass er mit seinem Engagement etwas bewirken kann. Der Mann aus Rudolfsheim macht etwas, das Mut und Stärke erfordert: Er erzählt von seiner Vergangenheit. Ein Thema hat das Leben des Mannes besonders geprägt: Drogen.

Heribert Stern war viele Jahre lang süchtig. Seit März ist er nun Teil der "Shades Tours". Er führt durch das Wien der Süchtigen und erzählt vom Leben auf der Straße. Aber nicht nur das: Stern klärt auf und fordert seine Gäste dazu auf, über den Tellerrand zu blicken: "Denn in Wahrheit ist Sucht eine Krankheit, kein Verbrechen." Stern spricht mit Schulklassen oder Touristen über seine Erfahrungen mit der Sucht, die Gründe dafür und die damit verbundenen Herausforderungen.

Drogen und Sucht: Aufklärung für die Jugend

95 Prozent der Teilnehmer an der Tour sind Schüler. "Ich merke schon, wie wenig sie aufgeklärt sind", sagt Stern. Und da beginnt sein Auftrag.
Die Schulklassen, die mit Stern vom Esterházypark im 6. Bezirk bis zum Karlsplatz im 4. Bezirk gehen, kommen aus allen Bundesländern. Auf ihrer Wienwoche nehmen sie neben klassischen Stadtführungen auch an der Shades Tour teil. "Wir gehen aber nicht Giftler-Schauen. Wir haben eine Mappe und einen klaren Leitfaden für die Tour. Damit besuchen wir dann symbolische Plätze in Wien", so Stern. Parks, Polizeistationen, Apotheken oder Kaffeehäuser, das sind diese symbolischen Plätze.

Aufklärung und Sozialarbeit: Raus aus der Sucht

Stern hat es geschafft: Er braucht keine Drogen mehr. Von Heroin und Koks wegzukommen, war aber ein harter Weg für den heute Anfang 40-Jährigen. Er war ganz unten. Jetzt lebt er in einer Gemeindewohnung in Rudolfsheim und finanziert sich sein drogenfreies Leben zu einem großen Teil selbst. Er ist wieder zurück und hat aus seinem früheren Leben Träume mitgebracht. Träume davon, wie man das Leben der Suchtkranken ein wenig besser machen könnte. "In Österreich gibt es auch keine Konsumräume. Es wird in U-Bahn-WCs oder im Park konsumiert. Konsumräume würden die Situation entschärfen. Denn diese sind betreut und sicher", klärt er auf. Und es braucht Wissen. Denn nur wer über die Gefahren der Drogen Bescheid weiß, kann sich schützen. Stern ist jemand, der Schutz anbietet. Denn er weiß so gut wie alles, was es über Wien und die Sucht zu wissen gibt.

Zur Sache:
Die Touren mit Heribert Stern kann man auf www.shades-tours.com buchen. Auch zu den Themen "Flucht und Integration" und "Armut und Obdachlosigkeit" gibt es Führungen in Wien. Tickets kosten 18 Euro. Infos: 01/997 19 83.

Autor:

Elisabeth Schwenter aus Penzing

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