16.10.2017, 14:07 Uhr

70 Jahre Forschung in Weinzierl

50 Jahre agrartechnische Forschung: Jürgen Karner, Heinrich Prankl, Alois Rosenberger, Markus Baldinger, Franz Heinzlmaier und Anreas Prankl im Schloss Weinzierl.

Die Abteilung Landtechnik am Francisco Josephinum in Weinzierl feierte vor Kurzem ihr 70-jähriges Bestehen.

WIESELBURG-LAND. Seit 70 Jahren betreibt man am Francisco Josephinum in Schloss Weinzierl bereits Forschung und Prüfung in Biomasse und Landtechnik (BLT).

70 Jahre Forschung und Prüfung

Die BLT wurde im Jahr 1947 als "Bundesversuchs- und Prüfungsanstalt für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte" (BVPA) in Wieselburg gegründet.
Hauptaufgabe war seit Beginn die Prüfung von landwirtschaftlichen Verfahren, Maschinen und Geräten, aber auch arbeits- und betriebswirtschaftliche Untersuchungen, Ergonomie und Sicherheit. Ab den 70er-Jahren wurde intensiv an "Erneuerbaren Energieträgern" geforscht. Die BLT entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Prüfstellen für Biomassefeuerungen in Mitteleuropa, Biodiesel wurde bis zur Marktreife entwickelt.
"Im Jahr 1956 wurde die Abteilung 'Landtechnik' am Francisco Josephinum gegründet. Vor zwölf Jahren erfolgte schließlich die Zusammenlegung zur Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Landtechnik und Lebensmitteltechnologie im Schloss Weinzierl. Die derzeit 34 Mitarbeiter sind als Experten in einer Vielzahl von Normungsgremien und Arbeitskreisen auf nationaler und internationaler Ebene tätig", erzählt Heinrich Prankl vom BLT in Schloss Weinzierl.

8,6 Millionen Euro umgesetzt

Durch die steigenden Herausforderungen in der landtechnischen Forschung wurde im Jahr 2010 "Josephinum Research" gegründet. Damit konnte gezielt auf Forschungs- und Entwicklungsfragen der Landtechnik reagiert werden.
"Mechatronik, Sensortechnik für Boden und Pflanze, Bildverarbeitung, Biogene Rohstoffe und die Digitalisierung in der Landwirtschaft sind aktuelle Forschungsthemen. Derzeit sind neun wissenschaftliche Mitarbeiter tätig. Seit der Gründung wurden gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 8,6 Millionen Euro umgesetzt", zeigt sich Jürgen Karner von Josephinum Research hocherfreut.

Kameragestützte Analyse

"Josephinum Research hat eine Methode entwickelt, mit der die Rauigkeit des Ackerbodens mittels Bildverarbeitung analysiert werden kann. Gemeinsam mit den Firmen Pöttinger und CNH, sowie der Universität für Bodenkultur wurde dieses Verfahren auf eine Maschine aufgebaut, womit die Arbeitsintensität einer Kreiselegge in Abhängigkeit der Bodenrauigkeit geregelt werden kann. Auf der Agritechnica, der weltgrößten Landmaschinenmesse, wurde dafür sogar eine Silbermedaille vergeben", erklärt Markus Baldinger von Pöttinger Landtechnik.

Farmdok: Start-up aus Krügling

"Farmdok ist ein junges Start-up-Unternehmen mit Sitz in Wieselburg, das eine App zur automatisierten Dokumentation landwirtschaftlicher Tätigkeiten entwickelt hat. Das einfach zu bedienende System erfordert keine zusätzliche Hardware und ermöglicht damit einen kostengünstigen Einstieg in die Digitalisierung für Landwirte, Maschinenring oder Lohnunternehmer", so Farmdok-Gründer Andreas Prankl.

Versuche in der Landwirtschaft

"Die pflanzenbauliche Versuchstätigkeit, bisher in Diplom- und Projektarbeiten, wird nun durch eine Zusammenarbeit mit der Firma Borealis L.A.T. GmbH intensiviert und professionalisiert", sagt Franz Heinzlmaier von Borealis.
Laut Mitteilung des OECD Coordination Centers wurden 2016 weltweit 124 Traktortestberichte approbiert, davon 25 durch die BLT.
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