Frauenfeld: Chinesische Rohre vergiften Wasser

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Rund 300 Menschen in Schwechat haben zur Zeit in ihren Haushalten kein Trinkwasser. Bei einer ersten Kontrollmessung in dem Genossenschaftsbau mit 89 Wohneinheiten wurden erhöhte Bleiwerte festgestellt.

SCHWECHAT (neum). Besonders in Zeiten generell steigender Schadstoffwerte wird gerne auf die hervorragende Qualität des österreichischen Trinkwassers verwiesen. Was aber nützt das sauberste Wasser, wenn es mit Blei versetzt ist, wie in einer Wohnhausanlage am Frauenfeld.

Untersuchung erwartet
Vor kurzem brachte es eine Routinekontrolle ans Tageslicht: im Trinkwasser der Wohnhausanlage der Baugenossenschaft Gebös befindet sich die fünffache Menge des in Österreich erlaubten Bleianteils.

Gebös hat sofort reagiert
Die Zuständigen der gemeinnützigen Baugenossenschaft österreichischer Siedler und Mieter, haben, laut eigener Aussage, sofort reagiert. „Wir haben die betroffenen Rohre sofort zugedreht und eine neue Leitung mit Trinkwasser gelegt, die im Garten mündet. Die Steigleitung dürfte in Ordnung sein“, erklärt Gebös Direktorin Hedwig Bauer. „Wir haben die Mieter sofort verständigt und werden einen Infoabend veranstalten wenn die Ergebnisse der laufenden Untersuchung feststehen - bis dahin sitzen wir wie auf glühenden Kohlen“, so Bauer, die versichert, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Allerdings sollen die aus China stammenden Rohre, die von der Firma Alpine Bau verwendet wurden, in mindestens noch einem Wohnhaus in Schwechat verlegt worden sein, was von Seiten der Gebös aktuell überprüft wird.

Verschiedene Gruppen verteilten Trinkwasser
Neben der Gebös und dem roten Kreuz verteilten auch bereits andere Gruppierungen Wasservorräte an die BewohnerInnen des Frauenfelds.
Am 11.6. verteilte die Sektion 3 an alle von der Trinkwasserproblematik betroffenen Haushalte Tragerln mit Mineralwasser. Nachdem vorige Woche der Verdacht auf schädliche Bleikonzentration im Trinkwasser aufkam und Messungen diese bestätigten, verteilte die Sektion 3 kurzerhand Wasserflaschen an alle betroffenen Haushalte.

Sektionsvorsitzender David Stockinger: „Die Aktion wurde von den Menschen vor Ort dankend angenommen. Etliche Familien sind nach wie vor in der Ungewissheit, ob und wie schädlich der Bleigehalt im Trinkwasser ist. Hier muss von der Genossenschaft GEBÖS weiterhin Aufklärungsarbeit und die sofortige Wiederherstellung einer einwandfreien Trinkwasserversorgung gewährleistet werden. Allgemein entsteht der Eindruck, dass hier bei der Bautätigkeit auf Kosten der Gesundheit der Menschen gespart wurde. Sollte sich dies bewahrheiten, muss das unbedingt aufgedeckt und Maßnahmen daraus abgeleitet werden!“

Schwechater Wasser sauber
Auch das Schwechater Wasser wurde von der Stadgemeinde umgehend getestet. „Wir haben das sofort überprüft und keine Mängel gefunden. Im Übergabeschacht des betroffenen Wohnhauses haben wir nur qualitativ hochwertiges Wasser gefunden“, versichert Stadtchef Hannes Fazekas. Bis die neue Umgehungsleitung, an der bereits gearbeitet wird, in Betrieb geht, werden die Bewohner der Anlage mit Wasserflaschen versorgt und können sich zusätzlich aus der Gartenleitung bedienen. Die Verunsicherung der Mieter und MieterInnen wird wohl nicht so schnell verschwinden.

Zur Sache
Bleivergiftung
Bei einmaliger Aufnahme von metallischem Blei oder schwer löslichen Bleisalzen ist nur bei hoher Dosierung eine Giftwirkung zu bemerken. Jedoch reichern sich selbst kleinste Mengen, über einen längeren Zeitraum stetig eingenommen, im Körper an, da sie z. B. in die Knochen eingelagert und nur sehr langsam wieder ausgeschieden werden. Blei kann so eine chronische Vergiftung hervorrufen, die sich unter Anderem in Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Bleivergiftungen sind besonders für Kinder und Schwangere gefährlich. Es kann auch Fruchtschäden und Zeugungsunfähigkeit bewirken. Im Extremfall kann die Bleivergiftung sogar zum Tod führen.
In Österreich ist die Verlegung von Bleileitungen erst seit 1983 verboten. Anders ist die Lage in Deutschland, wo es das Verbot schon seit 1973 gibt. Die Schweizer haben die Verwendung von Bleileitungen bereits 1914 untersagt. Wenn man dennoch Bleileitungen in den eigenen vier Räumen hat, sollte man das Wasser einige Zeit vorlaufen lassen, bevor man es zum Trinken oder Kochen verwendet. Es stellt sich dennoch die Frage, wie bleihaltige Rohre in einen Bau kommen, der erst 2004 errichtet wurde?

Frauenfeldbewohnerin Barbara Varga: „Natürlich sind viele verunsichert jetzt. Ich mache mir Sorgen um meinen Sohn Paul.“
Autor:

Markus Neumeyer aus Schwechat

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