Für die Natur im Einsatz
Herrngras: Wiederherstellung von Lebensräumen

Vollen Einsatz zeigte wie schon so oft Altbürgermeister Gerhard Hauser.  | Foto: LPV/Jennifer-Florian Fischer
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Das Herrngras in Moosbrunn ist eines der letzten Reste einer ehemals riesigen Feuchtgebietslandschaft.

MOOSBRUNN. Auf den Niedermoorflächen und Mähwiesen ist eine Vielzahl an bedrohten Tieren und Pflanzen wie etwa die Sumpfgladiole oder die Feuchtwiesen-Prachtnelke zu finden. Eine besondere Rarität ist das MoorWiesenvögelchen – ein Tagfalter, der neben einem einzigen Standort in Vorarlberg nur noch im Herrngras in Moosbrunn nachgewiesen wurde.

„Das Gebiet hat nicht nur höchste Bedeutung für die Erhaltung besonderer Tier- und Pflanzenarten, sondern auch für die Speicherung von Kohlenstoff im Boden, gehören doch  Feuchtgebiete zu den größten Kohlenstoffsenken. Ihre Erhaltung und Wiederherstellung trägt also auch ganz besonders zum Klimaschutz bei.“

erklärt Landschaftspflegevereins-Obfrau Irene Drozdowski.

Pflegetage für die Natur

Große Bereiche des Herrngras wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gemäht, da die Flächen aufgrund der Nässe nicht mit größeren Maschinen befahrbar sind. Dadurch breiteten sich Schilf und Gehölze aus und verdrängten die Feuchtwiesen-Arten. Im Rahmen der Feuchtwiesenpflegetage wurden an drei Tagen im August die Flächen mit dem Balkenmäher vom Schilf befreit. Altbürgermeister Gerhard Hauser zeigte, wie auch schon in den letzten
Jahren, vollen Einsatz, um einzelne dichtere Schilfbereiche mit dem Freischneider zu mähen. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer rechten das Mähgut zusammen und entfernten es von der Fläche. Tatkräftige Unterstützung bekamen die Freiwilligen des LPV heuer auch aus der Bevölkerung von Moosbrunn und von Mitarbeitern eines großen Unternehmens. 

Biodiversitätsfonds-Projekt 

Um die Vielfalt zu erhalten, setzt sich der Landschaftspflegeverein seit 2020 in Kooperation mit Gemeinde Moosbrunn, dem Grundeigentümer, den Landwirten, Jägern, dem Verein Ouvertura und vielen Freiwilligen für die Verbesserung des ökologischen Zustands im Herrngras ein, bis 2022 unterstützt von der Naturschutzstiftung Blühendes Österreich.

Mit 2023 konnten nun im Rahmen des Biodiversitätsfondprojektes „Wiederherstellung der Lebensräume seltener und gefährdeter Arten im Niedermoor-Gebiet Herrngras“, finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU, neue Flächen mit der Mulchraupe wiederhergestellt werden, sodass das Gebiet auf 16.000 m² vergrößert werden konnte. 

Mit ihrem Einsatz sind alle Beteiligten Partner der Netzwerk-Natur-Region Thermenlinie-Wiener Becken. Unter diesem Namen baut der Landschaftspflegeverein ein Netzwerk an Menschen für ein Netzwerk an Naturflächen auf, an dem sich bereits 25 niederösterreichische Gemeinden und drei Wiener Bezirke beteiligen.

Die Pflegemaßnahmen werden im Rahmen des Biodiversitätsfonds-Projekt „Wiederherstellung der Lebensräume seltener und gefährdeter Arten im Niedermoor-Gebiet Herrngras“ von der Europäischen Union - NextGenerationEU finanziert. Wichtige Unterstützung leistet die Gemeinde Moosbrunn mit der Bereitstellung von Arbeitsgeräten.

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Eine der vielen Bewohner des Herrngras: eine Gottesanbeterin (Mantis reliogiosa). | Foto: LPV/Hannah Streinesberger
Mit dem Balkenmäher wird die Fläche vom Schilf befreit. | Foto: LPV/Jennifer-Florian Fischer
: Das Mähgut wird mit Planen von der Fläche gebracht | Foto: LPV/Jennifer-Florian Fischer
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