17.06.2016, 10:44 Uhr

Feuerwehren verrichten wichtige Freiwilligenarbeit in Österreich

(Foto: (c)Bigstockphoto.com/80138534/Tupungato)
Das Feuerwehrwesen basiert in Österreich traditionell auf Freiwilligkeit. Von den aktiven Feuerwehrmitgliedern in Österreich engagieren sich 99% freiwillig. In sämtlichen Gebieten ist das gleich, ob in großen urbanen Gebieten oder in kleinen Dorfgemeinschaften. Große Betriebe haben zudem Betriebsfeuerwehren. Die sechs größten Städte in Österreich wie Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien haben traditionsreiche und gut ausgerüstete Berufsfeuerwehren. Die Statistik vom Jahr 2014 zeigt das große Engagement. Es gab

• gesamt 4.839 Feuerwehren,
• von denen 4.515 Freiwillige Feuerwehren waren.
• Dazu kamen 318 Betriebsfeuerwehren und
• 6 Berufsfeuerwehren.
• Von den insgesamt 338.521 Feuerwehrmitgliedern sind
• 18.513 Frauen.
• Die Feuerwehrjugend kann auf stolze 25.712 Mitglieder blicken.
• Von den 212.283 Gesamteinsätzen waren
• 43.336 Einsätze wegen Brand und
• 168.947 für technische Hilfeleistungen und Katastrophenhilfe.

Die Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig die Freiwilligenarbeit der Feuerwehren in Österreich ist.

Die Fahrzeuge der Feuerwehren


In Österreich sind die Feuerwehrfahrzeuge angepasst an die vielfältigen österreichischen Landschaften, geprägt durch Gebirge, Wälder und Großstädte. Damit sie aber dennoch in gewisser Weise einheitlich sind, haben die einzelnen Landesfeuerwehrverbände Baurichtlinien geschaffen, die eine minimale Ausrüstung für ein Fahrzeug darstellen. Die einzelnen Feuerwehren oder der Feuerwehrverband kann diese nach Notwendigkeit ergänzen. Die Einhaltung der Baurichtlinien gilt aber nur für Feuerwehrfahrzeuge, für die die Feuerwehr eine Förderung vom Landesfeuerwehrverband bekommt. Finanziert die Gemeinde oder die Feuerwehr selbst das Fahrzeug, ist die Einhaltung der Richtlinien nicht zwingend.

Feuerwehrfahrzeuge haben in der Regel eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren. Das Nachschaffen von Ersatzteilen ist ab dem Zeitpunkt auch schwierig. Üblicherweise kann in der Zeit das Fahrzeug aus der Mindestausrüstungsverordnung herausfallen, so dass die Feuerwehr einen Ersatz anschaffen kann und dafür eine Förderung bekommt. Scheidet das Fahrzeug früher aus, muss üblicherweise die Förderung zurückgezahlt werden. Allerdings ist das in jedem Bundesland verschieden gehandhabt. Die Baurichtlinien und Gegebenheiten ändern sich im Laufe von 20 Jahren ständig, was dazu führt, dass trotz genormter Feuerwehrfahrzeuge ein recht buntes Bild verschiedener Versionen entsteht.

In der Regel wird die Beladung von jedem Fahrzeug unterteilt in Mindestausrüstung und Bedarfsausrüstung. Ein normgemäß ausgeführtes Fahrzeug muss mit der Mindestausrüstung ausgestattet sein. Was in die Bedarfsausrüstung gehört, kommt auf die speziellen Anforderungen einer Feuerwehr an.

Die Feuerwehr hat eine lange Tradition


In Österreich geht die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren bis in die 1850er Jahre zurück. Die 1851 vom pensionierten Offizier Ferdinand Leitenberger im böhmischen Reichstadt gegründete Freiwillige Bürgerwehr gilt in der gesamten damaligen Monarchie als die erste Freiwillige Feuerwehr. Die erste städtische Feuerwehr wurde im Jahr 1853 in Graz gegründet. Besonders Turnvereine waren zu Beginn im Feuerwehrwesen aktiv. Es folgte die Ausbildung und Ausrüstung der Turner zur Brandbekämpfung. Der Turnergruß „Gut Heil“ hat sich in einigen Bundesländern bei der Feuerwehr noch gehalten, ebenso wie das Turnerkreuz auf manch altem Feuerwehrhaus. Mit der Umgestaltung der alten Feuerlöscheinrichtungen in echte Feuerwehren, war es den meisten Turnvereinen nicht mehr möglich, die Finanzierung aus eigenen Mitteln aufzubringen. Dadurch ging die Feuerwehr oft in die Gemeine über oder wurde freiwillig und privat finanziert. Der Gedanke der Freiwilligkeit wurde immer größer und so wurden 1900 am Gebiet des heutigen Österreichs bereits 2.677 Freiwillige Feuerwehren gezählt. 4.528 Freiwillige Feuerwehren waren es im Jahr 2009 österreichweit. Im Durchschnitt bedeutet das, dass pro Gemeinde fast zwei Feuerwehren bestehen.

Weitere Infos:

http://www.bundesfeuerwehrverband.at/
https://www.feuerwehren.at/
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.