30.06.2016, 15:51 Uhr

Radwege: Döbling, das Sorgenkind Wiens

Die Studierenden der Boku sind fleißige Radler, wie der Blick for das Wilhelm-Exner-Haus zeigt. Für sie wäre ein Radweg auf der Peter-Jordan-Straße eine Verbesserung. (Foto: Ika Darnhofer)

Wiens Radverkehrsbeauftragter Martin Blum wünscht sich unter anderem möglichst schnell einen Radweg in der Peter-Jordan-Straße. Am 13. Juli kann man im Bezirk selbst seine Ideen einbringen.

DÖBLING. Schuld zuweisen ist seine Sache nicht: Martin Blum verbindet lieber, führt Gespräche mit Rad-Fans wie Rad-Gegnern und wirbt für das Lebensgefühl auf zwei Rädern und ohne Motor. Geht es um Döbling, spart er dennoch nicht mit Kritik: "Döbling ist, was Radinfrastruktur betrifft, noch nicht im 21. Jahrhhundert angekommen", sagt er und begründet das so: "Es ist der Bezirk mit den wenigsten Radabstellplätzen in Wien. Nirgendwo gibt es weniger Meter Radfahren gegen die Einbahn. Und es gibt keine einzige durchgängige Radverbindung Richtung Zentrum außer den Donaukanal. Das ist mittlerweile einfach zu wenig."

Der letzte Punkt - eine Verbindung vom Zentrum zum Stadtrand - ist jener, an dem sich die jüngste Debatte um das Radfahren im Bezirk entzündet hat: Seit Jahren möchte die Radinitiative Döbling, dass in der Peter-Jordan-Straße stadtauswärts ein Radweg errichtet wird. Hier geht es darum, dass gefahrlos bergauf gefahren werden kann. "Man soll komfortabel von Spittelau bis zur Boku kommen - in beide Richtungen", sagt Blum. Pläne für eine Radfahranlage auf der Peter-Jordan-Straße gibt es seit mehr als zehn Jahren, bis jetzt wurde sie aber nicht realisiert. Vor zwei Jahren erklärte Bezirkschef Adolf Tiller (VP), warum er nicht zustimmen könne, so: "Weil die Radfahrer den Weg nicht nur bergauf, sondern auch bergab benützen würden. Das kann ich nicht verantworten." Weiteres Argument: Wegen der Autowerkstatt in der Peter-Jordan-Straße habe man Angst vor Unfällen.

Kehrtwende beim Bezirk

Als Alternative wurde überlegt, die Peter-Jordan-Straße zur Einbahn zu machen. Dies wurde nun von der Bezirksvertrung, zum Ärger der Döblinger Radaktivisten, verworfen. Doch jetzt zeigt man sich wieder gesprächsbereit, was den ursprünglichen Plan betrifft: "Die Werkstatt ist geschlossen und die Unfallgefahr somit wesentlich minimiert", sagt Bezirksvize Daniel Resch (VP). Der Plan für einen Radweg stadtauswärts könne nun wieder verfolgt werden.

Die Peter-Jordan-Straße ist aber nur einer von vielen offenen Punkten für die Döblinger Radler. Martin Blum kommt besucht deshalb den Bezirk und trifft die Mitglieder der Initiative "Radeln in Döbling". Interessierte sind eingeladen, mitzudiskutieren: Am Mittwoch, 13. Juli um 18 Uhr bei der Ecke Pyrkergasse/Billrothstraße. Ab 19 Uhr gibt es dann ein Gespräch über die wichtigsten Rad-Infrastrukturmaßnahmen in Döbling im Gastgarten der Pizzaria Isola Verde, Silbergasse 24.
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