04.09.2016, 09:28 Uhr

Amtsleiter aus Prambachkirchen 4 Tage und 14 Stunden nonstop auf dem Rennrad

Eine sportliche Herausforderung die seines Gleichen sucht, ist das Race around Austria. Ein Nonstop- Radrennen bei dem die Teilnehmer entlang Österreichs Grenze knapp 2.200 km und 30.000 Höhenmeter per Rad bewältigen müssen. Das Race around Austria gilt nicht umsonst als das längste und härteste Radrennen in Europa.

Einer der sich heuer dieser Herausforderung stellte, ist Willi Hoffmann aus Prambachkirchen. Nachdem er dieses Rennen in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich in der Kategorie 4er-Team bestritten hat (zweimal Platz 3 und einmal Platz 2) war es heuer an der Zeit, sich in der Königsdisziplin als Einzelfahrer zu versuchen. Der 41-jährige Amtsleiter aus Prambachkirchen betreibt seit sechs Jahren intensiven Rennradsport und ist Mitglied beim Radclub RC Wiesinger Held & Francke. Im vergangenen Jahr wurden 16.000 km auf dem Rennrad abgespult. Mit regelmäßigen Leistungstests und detaillierter Trainingsplanung wurde 5-6 mal die Woche auf dieses Projekt hin trainiert.

Am 9. August um 18:18 Uhr erfolgte für Willi Hoffmann in St. Georgen im Attergau der Startschuss in ein in jeder Hinsicht extremes Abenteuer. Begleitet wurde der Athlet von acht Betreuern in zwei Begleitfahrzeugen, welche sich rund um die Uhr um die Verpflegung und Motivation von Willi kümmerten. Seine Frau Anita war als Teamchefin dabei und sorgte für einen reibungslosen Ablauf des Rennens.

Vom Start weg machten dem Team Dauerregen und eisige Nachttemperaturen zu schaffen. Erst nach 20 Stunden Fahrzeit hatte der Regen ein Ende. Aufgrund des Dauerregens machten sich zu diesem Zeitpunkt Willis Betreuer schon Sorgen über die erheblichen Probleme, welche das Sitzfleisch bereitete. Nach 36 Stunden bzw. 870 km im Sattel wurde im Südburgenland die erste planmäßige Pause eingelegt, bei der sich Willi gerade mal 20 Minuten Schlaf gönnte. Weiter ging es über die hügelige Steiermark nach Kärnten. Nach weiteren 20 Stunden auf dem Rad wurde auf dem Felbertauern eine 10-minütige Schlafpause eingelegt. Nach 70 Stunden Fahrzeit bzw. nach 1.600 km wurde mit der Silvretta Passhöhe in Vorarlberg der westlichste Punkt des Rennens erreicht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Willi erst 60 Minuten Schlaf gegönnt. Mittlerweile machten sich aufgrund des enormen Schlafentzuges Wahrnehmungsstörungen und mentale Probleme bemerkbar, sodass vor allem aus Sicherheitsgründen eine 60-minütige Schlafpause eingeschoben wurde. Mit Verlauf des Rennens machten sich auch einige körperliche Beschwerden bemerkbar, welche regelmäßigere Pausen notwendig machten. Um die Stehzeiten so gering wie möglich zu halten, erfolgte die Nahrungsaufnahme, das Zähneputzen, etc. während des gesamten Rennens auf dem Rad. Am Speiseplan des Sportlers stand während der fast 5-tägigen Tortur nur Flüssignahrung, um den Magen zu schonen.

Nach 110 Stunden Fahrzeit wurde das Ziel in St. Georgen erreicht, wobei am Ende eine Gesamtschlafdauer von 4 Std. 50 min zu Buche stand. Mit dieser Fahrzeit belegte Willi Hoffmann den hervorragenden 7. Platz. Noch im Zielbereich wurde das gelungene Projekt mit Familie und Freunden gebührend gefeiert.

Weitere Info´s unter www.racearoundaustria.at oder http://raa2016.blogspot.co.at
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