30.06.2016, 13:29 Uhr

Vom Lehrling zum Chef mit Wilhelm Hanbauer

ZEMENDORF. „Ich liebe meinen Beruf noch immer!“, so Wilhelm Hanbauer, der seit beinahe 20 Jahren eine Spengler- und Dachdeckerfirma in Zemendorf leitet. Sein Erfolgsrezept für zwei erfolgreiche Jahrzehnte in der Branche: „Wir sind nie größenwahnsinnig geworden.“

„Kenne jeden Kunden“

Im Schnitt beschäftigt Hanbauer zwischen sieben und acht Mitarbeiter. „Durch diese Firmengröße ist der persönliche Kontakt mit allen Kunden möglich. Ich kenne jeden davon und bin auch auf der Baustelle vor Ort“, so der Unternehmer, der den Schritt in die Selbstständigkeit nie bereut hat.

„Habe von A bis Z alles gemacht“

Auf gewisse Weise war das Metier des Zemendorfers vorbestimmt, denn auch sein Vater hatte einen Spenglereibetrieb. „Meine Eltern wollten mich eigentlich in die Schule schicken, aber ich wollte nicht“, erinnert er sich zurück. Über seine Entscheidung ist er heute froh: „Spengler oder Dachdecker – das ist noch richtiges Handwerk wo Praxis wichtig ist!“
So startete der junge Hanbauer seine Karriere 1991 mit einer Lehre bei der Eisenstädter Firma Schmiedl. „Ich habe auswärts gelernt, weil ich dort auch die Ausbildung zum Dachdecker erhielt”, erklärt Hanbauer seine Beweggründe. Seine Zeit als Lehrling hat er als eine gute in Erinnerung behalten: „Ich habe von A bis Z alles gemacht! Heute dürfen Lehrlinge aufgrund vieler guter, aber strenger Gesetzte ja kaum noch aufs Dach.“

Entscheidung mit Weitblick

Noch während des Bundesheeres absolvierte Hanbauer seine Meisterprüfung, den elterlichen Betrieb übernahm er schon zuvor. Der Meisterbrief für die Dachdeckerei folgte rund vier Jahre darauf. Eine Entscheidung mit Weitblick, um alles aus einer Hand anbieten zu können. „Viele andere sind diesem Plan nachgezogen“, so Hanbauer.

20 erfolgreiche Jahre

In der Übernahme des elterlichen Betriebs sah Hanbauer sowohl Vor- als auch Nachteile. „Es war ein Kundenstamm vorhanden, das ist natürlich sehr positiv. Auf der anderen Seite gab es jedoch über lange Zeit festgefahrene Strukturen. Weil ich nicht zu Hause gelernt hatte, konnte ich mir das Beste aus beiden Betrieben herausholen. Da dürfte viel Gutes dabei gewesen sein – immerhin läuft der Betrieb nun seit mittlerweile 20 Jahren.“

„Mitschwimmen ist zu wenig“

In dieser Zeit hat Hanbauer auch selbst Lehrlinge ausgebildet und empfiehlt die Lehre weiter. „Es ist jedoch Fleiß und Ehrgeiz gefragt – einfach nur mitschwimmen ist zu wenig!“ Beim Schritt in die Selbstständigkeit schlägt der Unternehmer vorsichtigere Töne an: „Das soll gut überlegt sein! Die wirtschaftliche Lage ist, speziell in meiner Branche, nicht rosig. Wer jedoch weiß, was er tut, wird auch das schaffen!“

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