09.09.2016, 00:00 Uhr

Eltern fürchten um Betreuungszentrum

Mama Nicole Brunnhuber und die sechsjährige Tochter Xenia vor dem Beratungs-Zentrum.

Unsicherheit um Schließung des Beratungs- und Diagnostikzentrums für Kinder und Jugendliche.

SIMMERING. "Ich weiß nicht, was ich machen soll, wenn die Beratungsstelle im Zentrum Simmering schließt", so Nicole Brunnhuber. Mit zwei Kindern besucht die 36-Jährige die "Beratung und Diagnostik für Kinder und Jugendliche". Wie bereits vor vier Jahren tauchten jetzt wieder Gerüchte um die Schließung des Zentrums auf.

Seit 2005 besucht die Simmeringerin die Beratungsstelle. Ihr ältester Sohn ist in der Entwicklung zurückgeblieben. Seit seinem fünften Lebensjahr hilft ihm das Team der Beratungsstelle.

Mit Erfolg: "Heuer hat Sebastian mit seiner Lehre begonnen", so Brunnhuber. Er ist auf dem Weg zum Koch. Ihr 16-jähriger Sohn wird auch bei den ersten beruflichen Schritten vom Simmeringer Beratungsteam begleitet. So gibt es etwa Unterstützung, dass Sebastian auch die nötige Zeit erhält, wenn das Lernen etwas länger dauert.

Kampf für Erhalt

Inzwischen ist auch Brunnhubers Tochter Xenia regelmäßig bei den Therapeuten. Sie hatte ein schlimmes Erlebnis im Kindergarten und sprach dort infolgedessen kein Wort. Seit kurzem besucht sie die erste Klasse und freut sich sogar auf den weiteren Schulbesuch. "Ich habe schon einmal aufgezeigt", so Xenia. Sprechen ist für sie wieder normal.

Rund 600 Familien aus Favoriten, Simmering und der Landstraße nehmen den Dienst des Beratungszentrums in Anspruch. "Wir werden uns gegen eine Schließung wehren", so Brunnhuber. Schließlich dauere es gut ein halbes Jahr, bis sich ein Kind einem neuen Therapeuten wieder öffnen könne. "Und an anderen Stellen gibt es auch Wartezeiten bis zu einem Jahr für den ersten Termin", so die Simmeringerin.

Entwarnung

Eine Nachfrage der bz-Wiener Bezirkszeitung beim zuständigen Sozialministerium ergab Folgendes: "An eine Schließung der ,Beratung und Diagnostik für Kinder und Jugendliche' in Simmering ist nicht gedacht", so Sprecher Nikolai Moser.

In anderen Bundesländern wurden ähnliche Institutionen an die Länder übergeben. So könnte das Gerücht entstanden sein. Eine Änderung der Lage sei zurzeit nicht angedacht.

Zur Sache

Die Beratung und Diagnostik für Kinder und Jugendliche ist eine kostenlose Anlaufstelle für Eltern. Bei Fragen, ob sich ein Kind altersgemäß entwickelt, eine Behinderung vorliegt, oder eine Therapie sinnvoll wäre, gibt das Team Antworten. Auch bei psychologischen und sozialen Fragen sind Experten vor Ort. Im Team sind ein Kinderfacharzt, zwei Psychologen, eine Sozialarbeiterin und drei Frühförderinnen. Info: Tel. 01/749 65 71.
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