28.06.2016, 00:00 Uhr

Keine Hilfe fürs Gepäck

Ohne Hilfe müssen Gerhard Scherl und Walter Papst ihre Koffer bis zu den Gleisen schleppen.

Mit mehr als zwei Koffern hat man am Wiener Hauptbahnhof kein leichtes Vorankommen.

Regelmäßig fährt Gerhard Scherl mit der Bahn in den Urlaub. So freute er sich schon, als er erstmals vom neuen Hauptbahnhof seine Reise antreten konnte.

Mit dem Taxi ließ er sich zum neuen Eingang chauffieren. "Dann war ich verärgert", so Scherl. Denn trotz intensiven Suchens fand er keine Wagerln, mit denen er seine Koffer bis zum Bahnsteig führen konnte. "Wenn ich reise, habe ich immer drei Koffer mit – aber wie soll ich die mit zwei Händen tragen?", so der Bahnkunde.

"Auf kleineren Bahnhöfen wie Innsbruck oder Landeck wird dieses Kundenservice angeboten. Warum gibt es das nicht in Wien?", so Scherl.

"Dieses Service wurde nicht mehr nachgefragt", sagt Michael Braun von den ÖBB. Das Kundenbedürfnis habe sich geändert. Die Reisenden würden heutzutage durchgehend Koffer mit Rollen verwendet. Da der Bahnhof barrierefrei gestaltet sei, sei es ein Leichtes, so zu den Bahnsteigen zu gelangen.

Die alten Gepäckwagen würden von den ÖBB nicht mehr nachbestellt und dieses Service mit der Zeit auslaufen. "Gerade beim Hauptbahnhof Wien kann man auch von der Tiefgarage mit dem Aufzug direkt an den Bahnsteig fahren", so Braun.

Fluggäste bevorzugt

"Warum gibt es dann die Gepäckwagen am Flughafen auch weiterhin?", so Gerhard Scherl. Er fragt sich, ob Fluggäste andere Bedürfnisse hätten als Bahnkunden. "Auch an die Skifahrer scheint man nicht gedacht zu haben", sagt Scherl. Denn auch mit zwei Rollkoffern könne man Ski oder Skateboard nur schwer manövrieren.

Frustriert denkt Scherl an die Zeiten, als es noch den Beruf des "Dienstmanns" gab und überlegt, seine nächsten Reisen ohne Bahn zu planen...
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