21.09.2016, 12:50 Uhr

Perfekt gerüstet auf die Alm!

Der harte und anspruchsvolle Weg aufs Gipfelkreuz macht sich bezahlt, die Wanderer erwartet eine traumhafte Aussicht (Foto: Kurt Gailer)

Immer wieder passieren schwere Unfälle am Berg. Flugretter und Bergführer geben hilfreiche Tipps, wie der Wander-Traum nicht zum Alptraum wird.

BEZIRK (mk). Sommer und Herbst laden zum fröhlichen Wandern ein. Besonders Naturfreunde zieht es dann nach oben ins alpine Gelände. Es locken nicht nur die traumhaften Aussichten von den Gipfeln Kärntens, sondern auch die gute Luft, die Ruhe vom Alltag und dem Stadtleben, das "Abschalten-können" und "In-sich-kehren". Damit jedoch all dies möglich ist und der Wandertag auch wirklich genossen werden kann, sollte man einige Dinge im Vorhinein beachten und nicht ganz unvorbereitet in die Bergwelt eintauchen. Immer wieder kommt es dort nämlich zu schweren Unfällen.

Sich selbst einschätzen

"An erster Stelle steht die Tourenplanung. Dabei muss man unbedingt seinen Körper kennen und wissen, wie die eigene Verfassung und das technische Können ist", so Robert Weißmann, leitender Flugretter bei der Bergrettung Radenthein-Nockberge. Der größte Fehler sei, sich selbst zu überschätzen und eine zu große Tour zu wählen. Es solle immer ein schneller Rückweg möglich sein, falls sich das Wetter schlagartig verschlechtert. Zwölf Einsätze zählt der Reichenauer diesen Sommer schon, wobei es glücklicherweise keine Schwerverletzten gab.

Wetterplanung

Um nicht von Regen, Gewitter oder Schnee überrascht zu werden, wird eine Wetterplanung im Vorhinein angeraten. "Sollte es wider Erwarten zu einem Wettersturz kommen, unbedingt umdrehen und den Rückweg antreten.
Vernünftig zu bleiben ist in diesem Moment besonders essenziell, sich auf keinen Fall vom Ehrgeiz weiter nach oben Richtung Gipfelkreuz treiben lassen", so Kurt Gailer, Wanderführer und Alpenverein Feldkirchen-Obmann. "Nicht selten kommt es nämlich vor, dass Bergwanderer aufkommende Wolkengebilde nicht ernst genug nehmen und sich somit in große Gefahr bringen", berichtet Robert Weißmann.

Was alles in den Rucksack soll

Viel zu oft wird auf wichtige Utensilien beim Wandern vergessen. Meist liegt es an der Unerfahrenheit der Berggeher. Bei größeren und anspruchsvolleren Touren ist es deshalb sicherlich von Vorteil, im Vorhinein eine kleine Checkliste zu erstellen.
"Sonnenschutz, eine der Jahreszeit angepasste Wetterausrüstung, Reservekleidung, genügend zu trinken und Verpflegung sollte immer mit dabei sein. Für Letzteres eignen sich besonders Müsli-Riegel, da sie leicht und trotzdem energiehaltig sind", so Kurt Gailer vom Alpenverein.

Realistische Abschätzung

Eine Wanderkarte zur Orientierung, Handy mit GPS-Funktion und ein Erste-Hilfe-Set für den Notfall sollten immer griffbereit sein. Auch der Wanderschuh sowie das Wandermaterial müssen dem Tourenanspruch angepasst werden. Ob Stecken, Steigeisen, Pickel, Seil oder Schneeschuhe benötigt werden, hänge ganz von der Schwierigkeit der Strecke und dem individuellen Können ab. Kleiden solle man sich am besten zwiebelschalenartig, d.h., mehrere leichtere Unterschichten und eine wetterfeste Oberschicht, die der Jahreszeit angepasst ist. Weiteres vergisst man gerne, dass der Höhhenunterschied auch einen Temperaturenunterschied mit sich bringt. Eine realistische Abschätzung und ein Blick auf eine Bergwetterseite im Internet ist daher angebracht.

Konfliktfrei Wandern

"Wichtig ist es auch, Wildzonen und Jagdgebiete zu umgehen, um Grundstücksbesitzer nicht zu verärgern. Hundeleinen-Pflicht dabei auch unbedingt beachten! Wer am vorgegebenen Weg bleibt, sollte problemfrei die Natur genießen können", rät Kurt Gailer allen Wanderbegeisterten. "Bewusstes Wandern und der Respekt vor anderen Tourengehern machen den Wanderausflug zu einem wahren Erlebnis", versichert Robert Weißmann.

Auch das Mountainbiken wird immer populärer

Neben den Wanderern nützen auch vermehrt Mountainbiker das alpine Gelände für sich. Sie spielen für den Tourismus eine immer größere Rolle. "Um eine Lücke im bestehenden Angebot zu schließen, sollen nun Single-Trails im Bereich von Skigebieten errichtet werden, um Downhillbikern künftig den mühsamen Aufstieg zu ersparen. Sie können dann bequem den Skilift nutzen", erklärt der Vorsitzende des Umweltausschusses und grüne Ladtagsabgeordnete Michael Johann. Weiters mangle es im Bereich der Ballungsräume Klagenfurt und Villach an Wegen eigens für Mountainbiker, daran will man nun auch arbeiten.
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