11.05.2016, 09:48 Uhr

Nachbarschaft, die hilft

Gut ein halbes Jahr nach der Gründung hat der Verein "Koppl hilft" eine erste, positive Zwischenbilanz gezogen. (Foto: H. Köpfelsberger)

In Koppl wird in kleinen Wohneinheiten ein enges Miteinander für "echte" Integration gelebt.

KOPPL (buk). Eine erste positive Bilanz hat nun der Verein "Koppl hilft" bei einem allgemeinen Informationsabend im Gemeindehaus gezogen. Vor einem halben Jahr gegründet, haben dort rund 80 Freiwillige Verantwortung für Asylwerber übernommen. "Das enge Miteinander im Ort birgt die Chance auf echte Integration", freut sich darüber Evi Ehrenreich, die bis April als Flüchtlingskoordinatorin tätig war.

Im Gegensatz zu zahlreichen Gemeinden, in denen – teils gezwungenermaßen – größere Quartiere eingerichtet wurden, setzt Koppl nach wie vor auf kleine Wohneinheiten, die sich über den gesamten Ort verteilen. "Der Grundversorgungsvertrag ermöglicht es, dass die Gemeinde fünf Wohnungen zum marktüblichen Preis anmietet, den Flüchtlingen ein Taggeld ausbezahlt und seit April ein Flüchtlingskoordinator für 24 Stunden pro Woche angestellt ist", erzählt Ehrenreich. Auf Organisationen wie die Diakonie wird gänzlich verzichtet.

"Sehr gute Entwicklung"

Bürgermeister Rupert Reischl spricht hier von einer "sehr guten Entwicklung", die er vor allem auf die "sehr hohe Bereitschaft der Freiwilligen" zurückführt. Insgesamt setzt der Verein auf vier Säulen: Im Mittelpunkt steht das Erlernen der deutschen Sprache. Hier helfen Freiwillige bei den Hausaufgaben. Im Bereich "Wohnen" erhalten Flüchtlinge Hilfe bei den Einkaufswegen zur Flachgauer Tafel. Eine weitere Gruppe kümmert sich mittels Festen, Sport und Kultur um die soziale Integration. Künftig soll es auch den Bereich der Arbeit geben.

Und selbst von ausländerkritischen Menschen hat der Verein bereits Lob bekommen: "Anfeindungen gibt es bei uns überhaupt nicht", sagt Ehrenreich. Sie führt das vor allem darauf zurück, dass in Koppl beim Thema Flüchtlinge jeder mitreden kann. Ähnlich sieht das auch Ortschef Reischl: "Diskussionen sind berechtigt, wichtig ist aber, dass man die Erfahrung gemeinsam macht und bei Problemen umgehend miteinander reagiert."
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