18.08.2016, 15:11 Uhr

Urlaub nehmen statt endlos aufsparen

Robert Taibl (Bezirksstellenleiter AK Gänserndorf), Helga Schaber (Leiterin AK Rechtsschutzbüro NÖ Ost) und Peter Stattmann (Kammerrat und Vorstandsmitglied der AK Niederösterreich) präsentierten die Halbjahresbilanz im Arbeitsrecht für den Bezirk Gänserndorf. (Foto: AK)
GÄNSERNDORF. Passend zu den letzten Sommertagen erinnert die Arbeiterkammer daran unverbrauchte Urlaubstage auch in Anspruch zu nehmen. Andernfalls könnte es einem so gehen, wie der 52-jährigen Arbeitnehmerin aus dem Bezirk. Erst durch die Insolvenz ihres Arbeitgebers wurde sie aufmerksam, dass sie um ihre angesparten Urlaubstage umgefallen wäre. „Das Urlaubsgesetz sieht vor, dass der Urlaubsanspruch nach Ablauf von zwei Jahren ab dem Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist, verjährt“, erklärt AK-Bezirksstellenleiter Robert Taibl. Im konkreten Fall hatte die Frau noch 77 ungenutzte Urlaubstage, von denen zwei Tage schon verfallen waren und 25 Urlaubstage in naher Zukunft unwiederbringlich verfallen wären, wäre es nicht zur Insolvenz gekommen. So hat die Arbeiterin schließlich vom Insolvenzentgeltfond über 4.100 Euro brutto an Urlaubsersatzleistung für die ausstehenden Urlaubstage bekommen.
„Gerade deshalb und auch weil es für die eigene Gesundheit und Erholung der Beschäftigten notwendig ist, sollte der Urlaub möglichst im selben Jahr verbraucht werden, in dem er angefallen ist. Sonst kann er verfallen“, rät Taibl Arbeitnehmern auch auf sich zu achten.

Halbjahresbilanz 2016 – AK Gänserndorf

Arbeits- und sozialrechtliche Beratungstätigkeit
Beratungen: 766
Interventionen beim Arbeitgeber: 47
Kostenloser Rechtsschutz: 21
Außergerichtlich eingebracht: 90.240 Euro
Gerichtlich eingebracht: 18.440 Euro
Insolvenzvertretung: 218.885 Euro
Gesamt: 327.565 Euro

Im ersten Halbjahr 2016 forderte die AK Gänserndof für 47 ArbeitnehmerInnen ausstehende Löhne und Gehälter ein. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, sagt Bezirksstellenleiter Robert Taibl. Es mussten 21 Fälle dem AK-Rechtsschutzbüro übertragen werden, das die Klagen beim Arbeitsgericht einbringt. Für die ArbeitnehmerInnen des Bezirks konnten 108.680 Euro an Entgeltnachzahlungen erreicht werden. Weiters wurden 218.885 Euro für 59 ArbeitnehmerInnen aus 12 insolventen Betrieben gesichert.
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