12.05.2016, 14:00 Uhr

Rauschtrinken: Wenn der Genuss zur Sucht wird

Sind Jugendliche und Kinder süchtig nach Alkohol und anderen Rauschmitteln, muss professionelle Hilfe ran. (Foto: runzelkorn/Fotolia)

Komasaufen, Drogen und Co: Wer hilft, wenn Eltern nicht mehr weiterwissen, erklärt Gabriele Hummer, Leiterin des Familienbundzentrums in Eferding.

BEZIRK. Komasaufen ist eine Form des Alkoholmissbrauchs, bei der in kürzester Zeit sehr viel Alkohol konsumiert wird, um einen veränderten Bewusstseinszustand herbeizuführen. Je nach Art des Alkohol- oder Drogenkonsums kann es zu schweren Schäden an Leber, Nervensystem, Magen, Darm, Herz oder Bauchspeicheldrüse kommen. Auch Depressionen, Wahnvorstellungen oder Sprachstörungen sind mögliche Folgen. "Da der junge Organismus den regelmäßigen Alkohol- und Drogenkonsum nicht verarbeiten kann, entwickelt sich sehr schnell eine körperliche Abhängigkeit", erklärt Hummer.

Eltern als Vorbilder
Um Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang zu vermitteln, ist die Vorbildfunktion der Eltern besonders wichtig. "Eltern sollten ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Kinder haben. Die Gewissheit, mit allen Problemen zu den Eltern kommen zu können, schafft eine wichtige Vertrauensbasis", so Hummer.
Sind Eltern in Bezug auf den Alkohol- oder Drogenkonsum ihrer Kinder mit ihren Erziehungsmaßnahmen am Ende, können sie sich an Familienberatungsstellen oder Jugend- und Suchtberatungsstellen wenden. Ist das Kind bereits abhängig, ist professionelle Hilfe – durch den Kinder- und Jugendarzt, den Kinder- und Jugendpsychiater, die Jugendhilfe, die Suchtberatungsstellen oder Therapeuten – nötig. "Eine Leugnung hat meist zur Folge, dass das Suchtverhalten über Jahre hinweg beibehalten wird", so Hummer.
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