24.08.2016, 10:30 Uhr

Familien ziehen in Sistranser Asylheim

Das neue Asylwerberheim Aldrans/Sistrans wird 36 Flüchtlinge aufnehmen.

In Sistrans und Aldrans ist man gut auf die Asylwerber vorbereitet, für 36 Personen ist Platz.

ALDRANS/SISTRANS. Dieser Tage ziehen die ersten Flüchtlinge in das neue Asylwerberheim an der Gemeindegrenze zwischen Sistrans und Aldrans ein. Laut Auskunft der für die Betreuung zuständigen Tiroler Soziale Dienste GmbH sollen Familien dort einziehen. Diese Nachricht wurde von den Anrainern in Sistrans mit großer Erleichterung aufgenommen, befürchtete man doch, dass dort ein Heim für junge Männer entsteht.
Insgesamt sollen 36 Asylwerber dort wohnen. "Das ist mit den Gemeinden abgesprochen, größere Heime wollen wir in ländlichen Gegenden nicht errichten", erklärt dazu Georg Mackner, Sprecher der Tiroler Soziale Dienste GmbH.

Flüchtlinge kochen selbst
Für Mackner ist die Unterkunft ein "Vorzeigeheim". Die Bewohner werden sich weitgehend selbst versorgen und können selbst kochen, Wäsche waschen und sind auch für die Reinigung verantwortlich. Das ist für den Steuerzahler billiger und sorgt auch für mehr Zufriedenheit bei den Flüchtlingen, weil sie kochen können, was sie wollen und auch etwas zu tun haben. Für weitere Beschäftigung sollen Projekte mit dem Verein SisAl sorgen, für das sich bereits zahlreiche freiwillige Helfer gemeldet haben.
Für Kinder stehen Plätze in den Kindergärten und Volksschulen von Sistrans und Aldrans bereit, auch Sprachkurse sind vorbereitet.
Für Mackner ist auch der Standort am Rande von Sistrans ideal. "Wir bekommen nicht so viele Grundstücke angeboten, wo wir ein Heim errichten können. Gleich in der Nähe ist eine Bushaltestelle, man kann auch zu Fuß zum einkaufen gehen, so Mackner. Der Grund gehöre dem Land Tirol, weil man keinen Keller und keine Tiefgarage errichten musste, kostete der Bau nur 600.000 Euro. Außerdem konnte man das Heim genau zur Hälfte auf Aldranser und Sistranser Seite bauen und so beide Gemeinden einbinden.

Keine Dauersiedlung

Nach fünf oder spätestens nach sieben Jahren wird das Haus abgebaut und kann anderswo wieder errichtet werden. Länger kann das Heim nicht genutzt werden, weil es nur über eine temporäre Genehmigung verfügt.
Damit soll verhindert werden, dass in Sistrans ein "Ausländerviertel" entsteht. In den nächsten Jahren werden die Bewohner des Heimes wohl mehrmals wechseln.
Der Aufenthalt ist eigentlich auf die Dauer des Asylverfahrens beschränkt. Bekommt eine Familie einen positiven Asylbescheid, sollte sie innerhalb von vier Monaten in eine normale Wohnung umziehen. Dafür sind die Gemeinden Sistrans und Aldrans nicht zuständig. Da es im Mittelgebirge keine billigen großen Mietwohnungen gibt, werden anerkannte Flüchtlinge wohl woanders hinziehen.
Link zum KOMMENTAR: Gemeinden erfüllen ihre Pflicht bei der Flüchtligsversorgung
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.