25.07.2016, 09:22 Uhr

Nach Zielpunkt-Pleite: Am Küniglberg fehlt ein Nahversorger

Karla Liegler: "Der Supermarkt war nicht nur Nahversorger, sondern auch wichtiger Treffpunkt. Jetzt verwaist das Grätzel."

Die Verhandlungen laufen, doch noch immer gibt es keinen neuen Eigentümer für die ehemalige Zielpunktfiliale am Montecuccoliplatz.

In der Nähe von seinem Zuhause Obst, Gemüse oder Fleisch einkaufen: Eigentlich ist das in einer Großstadt selbstverständlich. Nicht so für die Bewohner am Küniglberg. In dem riesigen Wohngebiet gibt es weit und breit kein Lebensmittelgeschäft.

Nach der Zielpunkt-Pleite warten sie noch immer auf einen Nachfolger für den Montecuccoliplatz. "Um Essen einzukaufen, müssen wir mit dem Bus fahren oder eine halbe Stunde lang zu Fuß gehen", sagt Anrainerin Karla Liegler. Eine Zumutung für ältere Menschen. Darüber hinaus sei der Supermarkt ein wichtiger Ort der Begegnung und Kommunikation gewesen.

"Heute weiß ich nicht einmal, ob meine Nachbarn noch leben", so Liegler. "Wir fühlen uns im Stich gelassen. Im Grätzel wird zwar ständig neu gebaut, doch ein Supermarkt zur Versorgung fehlt." Moderne Stadtplanung sehe anders aus.

Verhandlungen laufen

Die prekäre Situation ist dem Bezirk bekannt. Das Problem: Für den Standort Montecuccoliplatz 1–3 gab es lange Zeit keinen Interessenten. "Die Filiale war weg vom Tisch. Erst durch unsere Bemühungen ist wieder Bewegung in die Sache gekommen", heißt es aus dem Büro der Bezirksvorstehung.

Dass es Gespräche mit verschiedenen Handelsunternehmen gibt, bestätigt Jörg Neumayer, Pressesprecher von Wiener Wohnen, dem Eigentümer des Lokals. "Wir werden ganz sicher wieder einen Nahversorger in das Geschäft reinbringen", verspricht Neumayer. Doch wann es endlich so weit sein wird, kann auch er nicht sagen. Zuerst müsse die Stadt nämlich bautechnische Mängel überprüfen, die in dem Haus festgestellt wurden. Gerhard Schmid von der Hietzinger SPÖ fordert deshalb eine Übergangslösung. "Wir wollen damit die ordentliche Nahversorgung in dem Grätzel so rasch wie möglich wiederherstellen." Man darf also gespannt sein. Denn wenn der ORF in den nächsten Jahren ausgebaut wird, wird ein Nahversorger noch wichtiger für das Grätzel sein.
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