04.07.2016, 13:27 Uhr

Tarrenz macht seine Senioren mobil

Der Bürgermeister zeigt wie es geht, Seniorentaxi mit Chaffeur

Mit Chauffeur zum Arzt oder zum Seniorennachmittag - in Tarrenz wird dieses Modell mit einem umweltfreundlichen E-Mobil in die Tat umgesetzt

Als mehr oder weniger rüstiger Senior hat man in Tarrenz jetzt leicht lachen. Steht vielleicht kein eigenes Auto mehr zur Verfügung, ruft man in Tarrenz künftig die E-Mobil Hotline und bucht ganz einfach die Fahrt für den kommenden Tag inclusive Chauffeur. Einzige Voraussetzung ist, dass man sich registrieren lässt und einen Jahresbeitrag von 10 Euro bezahlt.
Auf die bereits 32 eingetragen Mitglieder der Senioren-Fahrgemeinschaft kommen also bequemere Zeiten mit einem Hauch von Luxus zu. Zu verdanken haben sie das der Initiative von Bürgermeister Rudolf Köll und seiner Mitarbeiterin Martina Kuen, die viel (Frei-)Zeit und Herzblut in dieses Projekt gesteckt haben. Lobende Worte dafür gab es auch von Gisela Egger, der Projektleiterin von Energiebündel Imst, die sich mehr so engagierte und ökologisch weitblickende Gemeindechefs wünschen würde. Insgesamt 29 ehrenamtliche und bestens geschulte Fahrer haben sich bereit erklärt, diesen Dienst an fünf Tagen in der Woche zu übernehmen. "Eine Umstellung war es für alle, mit einem Elektroauto zu fahren, zudem mit Automatik. Aber jetzt nach ersten Ausfahrten sind alle Beteiligten positiv überrascht und zufrieden mit ihrem fahrbaren Untersatz," informiert Sven Mieth vom Imster Autohaus. Die technischen Details haben allerdings die Initiatoren, also Gemeinde und die Vinzenzgemeinschaft herausgefordert. Letztlich drehten sich die Fragen um Themen der Reichweite, Ladezeit und Sicherheit. So kann man mit dem Siebensitzer von Nissan jetzt bis zu 150 Kilometer bei kumulierter Fahrweise (also abgesetztes Fahren) erreichen, bei Autobahnfahrt reduziert sich die Strecke auf etwa 100 Kilometer. Günstige Instandhaltungskosten und sehr niedriger Kostenaufwand für das Aufladen machen das E-Mobil attraktiv für den vorgesehen Zweck in Tarrenz. Das Laden dauert bei einer herkömmlichen Haushaltssteckdose bis zu acht Stunden, schneller gehts bei öffentlichen Stationen, die leider noch relativ dünn gesät sind. Bgm. Köll weiter: "In der geplanten Tiefgarage des Schulgebäudes wird es einen Fixparkplatz mit Ladestation geben, die direkt gespeist wird vom Strom auf dem eigenen Dach. Eine Photovoltaikanlage im Ausmaß von 500 Quadratmetern und einer Leistung von 80 KW peak soll das möglich machen." In Zeiten wie diesen ein höchst erfreuliches und rundes Projekt, das hoffentlich eine Menge Nachahmer findet.
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