16.03.2016, 13:00 Uhr

Siegeszug der Biomasse in der Raumwärme soll fortgesetzt werden

Holz statt Öl und Gas: LHStv Josef Geisler, Bioenergie-Obmann Hermann Gahr und der Präsident des österreichischen Biomasseverbandes Josef Plank wollen den Biomasseanteil in der Raumwärme weiter steigern. (Foto: Foto: Manzl)

Tirol 2050 energieautonom: Biomasseanteil bei 30 Prozent des Energieverbrauchs

TIROL. Heizen mit Holz ist trotz des derzeit niedrigen Ölpreises bei den Brennstoffkosten durchschnittlich um ein Drittel günstiger als eine Öl- oder Gasheizung. „Wer mit Holz heizt, hat nicht nur einen finanziellen Vorteil“, führt Tirols Energiereferent LHStv Josef Geisler aus. Die Biomassenutzung sei zudem ein zentraler Faktor für die Erreichung der Energie- und Klimaziele und halte außerdem rund 200 Millionen Euro Wertschöpfung im Land.

Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen Energiebedarf halbieren sowie mit heimischen, erneuerbarer Ressourcen decken. „Die Biomasse ist neben der Wasserkraft der Schlüssel zu Energiewende“, erklärt Geisler. In den vergangenen zehn bis zwanzig Jahren sei es gelungen, einen Gutteil des Wärmemarkts zu erobern und fossile Energieträger zurückzudrängen. „Diesen Weg wollen wir kontinuierlich weitergehen.“ Liegt der Anteil der Biomasse im Tiroler Energiemix derzeit bei 17 Prozent, sollen im Jahr 2050 30 Prozent des dann deutlich gesenkten Energiebedarfs aus Biomasse gedeckt werden. Große Sprünge in der Biomassenutzung seien in Tirol jedoch kaum mehr möglich. „Wir befinden uns bereits auf einem sehr hohen Niveau “, so LHStv Josef Geisler.

Biomasse Nummer eins in der Raumwärme
Der Präsident des Österreichischen Biomasseverbandes, Josef Plank, hält eine mittelfristige Steigerung der Biomassenutzung österreichweit um 40 Prozent für machbar: „Dazu muss es uns gelingen, die brachliegenden Rohstoffpotenziale aus der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und dem Abfallsektor zu mobilisieren.“ Der Siegeszug der Biomasse könne fortgesetzt werden. War vor zehn Jahren Heizöl noch der wichtigste Energieträger für Österreichs Raumheizung, ist nun die Biomasse vor Erdgas und Heizöl die Nummer eins. „Es gilt aber noch 623.000 Ölheizungen in Österreich auf erneuerbare Heizsysteme umzustellen“, sieht Plank gerade aufgrund des aktuell niedrigen Ölpreises eine großer Herausforderung.

Tiroler Wald hat Energieholzreserven
Rund 50 größere und viele kleine und mittlere Biomasseanlagen in Tirol produzieren derzeit rund 1.500 GWh Wärme und versorgen damit jeden dritten Haushalt mit Heizenergie aus Biomasse. 2003 wurde lediglich jeder vierte Haushalt mit Wärme aus Biomasse beheizt. Insbesondere die Fernwärme aus Biomasse konnte stark gesteigert werden. „Trotzdem haben wir im heimischen Wald in manchen Bereichen noch nachhaltig nutzbares Potenzial an Energieholz“, sieht Hermann Gahr, Obmann der Bioenergie Tirol, Entwicklungsmöglichkeiten, wenn Durchforstungsreserven genutzt und die Erntemenge durch eine verstärkte Bewirtschaftung im Schutzwald entsprechend angehoben werden. Derzeit stammen 40 Prozent des zur Wärmeerzeugung genutzten Holzes aus dem Tiroler Wald.

Effizienz bestehender Heizwerke steigern
„Um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Biomasse auch bei einem niedrigen Ölpreis nachhaltig zu sicher, wollen wir technische und wirtschaftliche Optimierungspotenziale nutzen“, sieht Gahr einen wichtigen Auftrag für den im Vorjahr gegründeten Heizwerkeverband. Erste Erfolge bei der Effizienzsteigerung bestehender Heizwerke gebe es bereits.
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