10.10.2016, 21:11 Uhr

Sieglanger: Stadtteiltag endet mit einem Eklat

Etwa 250 Bürger waren zum Stadtteiltag gekommen. Ein Großteil verließ nach einer Stunde schlagartig den Saal.

Stadtregierung blamiert: Nach heftigen Diskussionen verlassen 250 Bürger gleichzeitig den Saal.

Dass das kein Heimspiel wird, war von vornherein klar. Obwohl Bgm. Christine Oppitz-Plörer aus dem Sieglanger stammt, blies ihr und dem Rest der Stadtregierung am vergangenen Montag ein eisiger Wind entgegen. Eigentlich waren die Mitglieder der schwarz-gelb-grün-roten Koalition angetreten, um über Agenden im Stadtteil zu informieren. Schnell zeigte sich aber, dass das geplante Großbauprojekt im Klosteranger das beherrschende Thema wird. Etwa 250 BürgerInnen – zum überwältigenden Teil Projektgegner – waren zu der Veranstaltung gekommen, um den Ressortverantwortlichen ihre Kritikpunkte an dem Wohnbauvorhaben zu präsentieren.


Heftige Wortgefechte

Von Beginn an war die Stimmung im Pfarrsaal aufgeheizt. In seinem einleitenden Statement betonte Planungs-StR Gerhard Fritz, dass er das Projekt auch in seiner Dimension für "vertretbar" halte: "Das kann ich mit gutem Gewissen sagen." Dem hielt Josef Kantner – einer der Wortführer des Protests – die Kritikpunkte der Interessengemeinschaft entgegen. Das Vorhaben sei zu groß, würde die Strukturen des Stadtteils nachhaltig zerstören und die vorhandene Infrastruktur überlasten. Außerdem sei das Projekt bereits ausgeschrieben worden, ohne dass nur ein einziges Mal mit den Betroffenen vor Ort ein Gespräch gesucht worden wäre.

Eskalation nach 60 Minuten

Schließlich ergriff auch Bgm. Christine Oppitz-Plörer das Wort und verteidigte das Vorhaben. "Wir haben in unserem Regierungsprogramm den Bau neuer Wohnungen versprochen. Dafür sind wir den Bürgern im Wort", argumentierte die Stadtchefin. Sie versuchte das Bauvorhaben in einen größeren Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung der Stadt zu stellen, erntete dafür jedoch nur wütende Zwischenrufe. Als sie auf die Frage, ob es denn überhaupt noch irgendwas zu verhandeln gäbe, sinngemäß antwortete, dass alle Beschlüsse bereits gefallen sind, eskalierte die Situation – ein Großteil der BürgerInnen verließ die Veranstaltung, die Mitglieder der Stadtregierung standen plötzlich nahezu allein im Saal. "Nachdem uns klar mitgeteilt wurde, dass es eigentlich gar nicht mehr zu reden gibt, war dies unsere einzige Möglichkeit zu reagieren", ist Thomas Mayer, Sprecher der IG überzeugt.
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martin mader aus Westliches Mittelgebirge | 11.10.2016 | 09:43   Melden
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Helmut Kern aus Innsbruck | 11.10.2016 | 11:25   Melden
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Stephan Gstraunthaler aus Innsbruck | 11.10.2016 | 11:44   Melden
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Cave Canem aus Westliches Mittelgebirge | 12.10.2016 | 15:10   Melden
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