14.04.2016, 12:41 Uhr

Recyclingkunst ausgestellt: Entsorgungsreferent macht "aus alt neu"

(v. li. Anne Kennel, Edeltraud Führer, GR Brigitte Schmelzer, StR Wolfgang Germ und Künstlerin Karin Rosin) (Foto: Roland Pössenbacher)
Stadtrat Wolfgang Germ lud am Mittwoch den 13.04.2016 zu einer Vernissage mit dem Thema „Upcycling – Kreativität meets Ressourcenschonung“. Dabei zeigten 10 renommierte KünstlerInnen eindrucksvoll, auf welch kreative Art und Weise man nicht mehr gebrauchte Materialien in eine neue Form bringen kann. Bis 20. März sind die Exponate noch im Europahaus zu bewundern.


Die alte Tradition des Wieder- und Aufwertens von Gebrauchsgegenständen bekommt im Rahmen der zeitgenössischen Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft einen neuen Namen – Upcycling! Dabei werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt und erfahren eine stoffliche Aufwertung.

„Upcycling ist ein Trend, der nun auch Europa erreicht hat. Hierbei handelt es sich um eine Form der Wiederverwertung, in der weggeworfene und nicht mehr gebrauchte Materialien durch einen geringen Energieaufwand in eine neue Form gebracht und dadurch ´aufgewerte´ werden. Das Ursprungsmaterial oder – Objekt wird einem neuen Nutzen zugeführt und oftmals so verändert, dass es kaum mehr wiedererkannt wird.“ so Germ.

„Ziel dieser Ausstellung war es, auf die Problematik der Wegwerfgesellschaft hinzuweisen und aufzuzeigen, wie man durch Kreativität neue Anwendungsgebiete für nutzlos gewordene Stoffe finden kann. Recycling und Abfallvermeidung sind zentrale Thematiken innerhalb der Abfallwirtschaft, die es zu forcieren gilt. Als zuständiger Referent und Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes Klagenfurt ist es meine Aufgabe für diese wichtigen Themen zu sensibilisieren.“, so Germ weiter.

Recyclingkunst aus Abfallprodukten

Unter der künstlerischen Leitung von Glaskünstlerin Edeltraud Führer und Anne Kennel demonstrierten 10 bekannte KünstlerInnen ihre Interpretation von Recyclingkunst. Führer zeigte, wie man alte Möbel durch Reisschleim und Mörtel sowie Altglas upcyceln kann.
Karin Rosin verarbeitete Sperrmüll zu einer stilvollen Leseecke und zeigte u.a. in einer Fotodokumentation die Arbeit der Mitarbeiter der Altstoffsammelstellen in Klagenfurt.
Makfire Kryeziu beeindruckte mit einem Mosaik aus Kunststoff- und Aluminiumverpackungen des Alltags, welches die Meere darstellt, die mehr und mehr von der Verschmutzung durch Plastik und andere Abfälle bedroht werden.
Die Villacher Künstlerin Anita Wiegele hat einen Fliegermantel aus dem 2. Weltkrieg zu einer wertvollen Reisetasche umfunktioniert.
Rosa Meister aus Deutschlandsberg verwendete für ihre beiden Werke PU-Schaum, sowie Reste von Klebematerialien.
Johann Feodorow widmete sich dem Thema „Wegwerfgesellschaft“ durch seine Tonköpfe und Acrylbilder, für die er vorwiegend Problemstoffe, Farbreste, Make-up-Reste und dergleichen verwendete.
Harald Jeschofnig stellte aus alten Stoßstangen gefertigte Skulpturen aus - darunter eine Sitzbank für den Außenbereich. Die Villacher Fotografin und Modedesignerin Michaela Jakobitsch machte durch ihre handgefertigte Recyclingmode auf die Wichtigkeit der Abfallvermeidung aufmerksam und der Niederösterreichische Metallkünstler Richard Trettler fertigt Lampen mit LED-Technik aus Besteck, Altmetallresten, Glas, Messing und Stahl.
Schlussendlich zeigte auch das Pensionisten-Ehepaar Müller wie aus alltäglichen Küchenresten kreative Basteleien gefertigt werden können.


Folgeprojekte mit Workshops geplant

Die Vernissage war eine Kick-Off Veranstaltung für ein längerfristiges Projekt, welches im Mai, Juni und Juli Workshop-Termine vorsieht, wo mit Kindern gemeinsam upgecycelt und gebastelt wird. Abschluss des Projektes stellt eine Ausstellung der angefertigten Workshop-Exponate dar, in denen die Workshop-LeiterInnen Edeltraud Führer, Johann Feodorow und Rosa Meister zeigen, welche Werke sie gemeinsam mit den Kindern erarbeitet haben.

„Das Bewusstsein für Abfallvermeidung und Recycling fängt im Kindesalter an. Es ist unsere Aufgabe Kinder so früh wie möglich auf diese Thematik aufmerksam zu machen und ihnen Alternativen zum Wegwerfen vor Augen zu führen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft und es liegt in unseren Händen sie zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Materialien zu erziehen und ihnen gleichzeitig Vorbild zu sein“, schließt der Entsorgungsreferent Germ.
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