10.06.2016, 11:05 Uhr

Heftige Kritik an rassistischer Störaktion an der Universität

Eine zwölfköpfige Gruppe war in einen Hörsaal der Universität Klagenfurt eingedrungen in dem eine Vorlesung zum Thema Asyl abgehalten wurde. (Foto: Universität Klagenfurt)

Peter Kaiser und Maria Luise Mathiaschitz verurteilten die Störaktion der "Identitären" in einem Hörsaal. Der Verfassungsschutz hat Ermittlungen eingeleitet.

KLAGENFURT. Die gestrige Störaktion der Ringvorlesung "Flucht, Asyl und Migration" an der Universität wird von der Politik verurteilt. Landeshauptmann Peter Kaiser verurteilte die Aktion aufs Schärfste. "Identitäre Chaoten, die sich teilweise hinter Masken verstecken und nach ihrer gewaltsamen Störaktion an der Universität davonlaufen, werden es ebenso wenig schaffen, Kärnten zu einem dunklen Ort zu machen, wie Rassisten, die die ehrenamtlichen Helfer der Wasserrettung im Internet und der Realität angreifen", stellte Kaiser klar. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz verurteilte ebenfalls die rechtsextreme Störaktion. "Ich bin zutiefst schockiert über solch aggressives Vorgehen, das ich gänzlich ablehne", sagt Mathiaschitz und weiter: "Mit den Mitteln der Demokratie müssen untragbare Dinge wie diese verhindert werden".

Störaktion mit Transparenten und Megafon

Gegen 17.30 Uhr waren gestern rund zwölf Personen der "Identitären" in einen Hörsaal eingedrungen und hatten sich mit Aktionismus in Szene gesetzt. Die Gruppe rollte ein Stofftransparent aus und verbreiteten Parolen mit einem Megafon. Der Rektor forderte die Gruppe erfolglos auf den Hörsaal zu verlassen und wählte den Polizeinotruf. Als er sich den Demonstranten in den Weg stellte, schlug ihm eine Person mit der Faust in den Bauch. Der Rektor wurde nicht verletzt. Während der Störaktion befanden sich über fünfzig Studenten im Hörsaal. Videomitschnitt der Störaktion

Verfassungsschutz ermittelt

Die Ermittlungen zu diesem Vorfall, unter anderem wegen Verdacht der gefährlichen Drohung, wurden vom Landesamt für Verfassungsschutz übernommen. Diese Ermittlungen werden jedenfalls einige Zeit in Anspruch nehmen, etwaige weitere gesicherte Erkenntnisse werden mittels Aussendung kommuniziert werden.
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