08.07.2016, 23:32 Uhr

Kleine Kraftbomben am Feld

Die Vielfalt und die Verwendungsmöglichkeit der Hülsenfrüchte für den Speiseplan ist sehr groß, weiß Renate Hocevar. (Foto: privat)

Die Vereinten Nationen haben heuer zum "Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte" ausgerufen.

Hülsenfrüchte spielen bei der Ernährung von Mensch und Tier eine wesentliche Rolle. Der Anbau dieser kleinen Kraftbomben in Niederösterreich konzentriert sich auf das Gebiet Marchfeld und südliches Weinviertel. Bohnen, Grünerbsen und Grünsoja werden hauptsächlich als Tiefkühlgemüse verwendet. Körnererbsen werden eher im Trockengebiet im Osten Österreichs angebaut und fast ausschließlich als Futtermittel verwendet, die Ackerbohne gedeiht besser in den niederschlagsreicheren Gebieten und wird zum Teil als Saatgut für Gründüngung und ebenfalls als Futtermittel verwendet. Bei den Ackerkulturen wird Soja großflächig mit bis zu 400 ha im Marchfeld, Bezirk Bruck/Leitha und im Mostviertel angebaut.

Max Rabenlehner aus Kleinebersdorf baut seit zwei Jahren Tellerlinsen und Futtererbsen in Bioqualität an. "Diese Hülsenfrüchte passen bei mir gut in die Fruchtfolge. Die Erträge vorauszusagen ist schwer, das hängt von der Witterung und einem eventuellen Schädlingsbefall ab," beschreibt der Landwirt die Besonderheiten seiner neuen Ackerkulturen.

Nachfrage nach heimischen Produkten
Renate Hocevar betreibt ein Reformhaus in Langenzersdorf und stellt noch mehr Nachfrage nach Hülsenfrüchten fest, seit vegane Ernährung boomt.
"Kunden kaufen am liebsten jene Hülsenfrüchte, die schnell zubereitet werden können, wie rote oder gelbe Linsen. Im Sommer werden vor allem Salate damit gemacht. Erbsen und dicke Bohnen werden eher im Winter verkocht," berichtet Hocevar. Grundsätzlich würden die österreichischen Produkte bevorzugt gekauft werden, allerdings besteht oft ein eklatanter Preisunterschied zu ausländischer Ware. Renate Hocevar: "Tellerlinsen aus Österreich in Bioqualität kosten 3,69 Euro für 250 Gramm. Die doppelte Menge Bio-Linsen aus dem Ausland ist sogar billiger, das ist für viele unverständlich."
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