29.06.2016, 16:25 Uhr

WÖRGL: Eröffnung Rot-Kreuz-Sozialzentrum

Wörgl: Rotes Kreuz Sozialzentrum Wörgl | (wma) Im neue Sozialzentrum des Roten Kreuzes der Bezirksstelle Kufstein das in Wörgl in den ehemaligen Räumlichkeiten der Fa. Forstinger an der Brixentalerstraße untergebracht ist konnte das Rote Kreuz endlich eine lang gehegten Wunsch realisieren und den Kleiderladen, das Warenhaus und die Tafel unter ein Dach zu bringen.

Bei der Eröffnungsfeier mit Segnung der Räumlichkeiten durch den Rot-Kreuz-Kuraten Pfarrer Mag. Dr. Robert Jonischkeit konnte Peter Mader, Referent für Gesundheits- und Soziale Dienste Tirols, eine Reihe von Ehrengästen begrüßen. So wohnte als Vertreterin des Landes LA Bettina Ellinger die Wörgler Bürgermeisterin Hedi Wechner, mehrere Wörgler Gemeinderäte, der GF der Tiroler Sozialdienste Harald Bachmeier sowie Hubert März und Wolfgang Schönlechner (Raika Wörgl-Kufstein) der Feier bei.

Vom Rettungsdienst-GmbH Tirol war GF Andreas Karl, vom RK-LV Mag Roman Vieider, Bezirksstellenleiter Dr. Heinrich Schärfler sowie eine Reihe von Rot-Kreuz Funktionären mit dabei.

Bei dem Wörgler Sozialzentrum handelt es sich eigentlich um eine Erfolgsgeschichte deren Ideengeber eigentlich Peter Mader ist. So ist es auch ihm zuzuschreiben dass das Warenhaus dass es seit 4 Jahren gibt nach wie vor ein Novum Österreich weit ist. Die drei verschiedenen Sparten Kleiderladen (gibt es seit 8 Jahren, Warenhaus (gibt es seit 4 Jahren) und die Tafel (besetht bereits seit 10 Jahren) haben nun endlich kein Platzproblem mehr und sind auf einer Gesamtfläche von 850m² untergebracht. Betreut wird das Sozialzentrum von rund 70 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die ehrenamtlich und um "Gottes Lohn" ihre Arbeit verrichten und die ist enorm. So leisteten diese Leute nicht weniger als 25.000 freiwillige Stunden bis dato, so Peter Mader. So wurden 9 Tonnen Kleidung an rund 7.000 Kunden verkauft, 30 Tonnen Warenspenden mussten betreut werden und 60 Tonnen an Lebensmittel wurden über die Tafel ausgegeben. Zum Warum wir dies machen sei nur ein Satz gesagt, so Bezirksstellenleiter Heinz Schärfler: "Aus Liebe zum Menschen", besser und treffender kann man es nicht formulieren. Wir wollen damit auch einen sozialen Mehrwert in Wörgl und Umgebung schaffen. Wir bekommen die Lebensmittelspenden von Geschäften aus der Umgebung, Lebensmittel die ansonsten weggeworfene werden!

Im Warenhaus und im Kleiderladen werden teils qualitativ Hochwertige Waren und Bekleidung angeboten zu erschwinglichen Preisen. Wir wollen das Produkte die ansonsten auf dem Müll landen wieder einem Zweck zugeführt werden. Die Räumlichkeiten sollen auch als Räume der Begegnung gesehen werden wo sich Menschen treffen und austauschen. Uns ist es auch wichtig dass wir damit Menschen die am Rande der Gesellschaft stehen oder die an der unteren Einkommensgrenze sind dementsprechend unterstützen. Aber wir haben hier auch Arbeitsplätze geschaffen und die freiwilligen Frauen und Männer können hier einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Wir können dies nur tun weil wir viele Ehrenamtliche haben die ihre Freizeit opfern.

In Österreich gibt es 90 Kleiderläden, 17 davon sind in Tirol installiert. Wir möchten aber auch darauf hinweisen dass jede Frau und jeder Mann die Angebote des Warenhauses und des Kleiderladens nutzen können. Einzig, der "Normalbürger" zahlt für die Waren ein klein wenig mehr als sozial Bedürftige. Unter dem Second Hand Warenangebot sind sehr viele Sachen die noch hervorragend in Schuss sind, teilweise sind auch neue Waren und Bekleidung zu finden. Der Reinerlös aus den Verkäufen kommt wiederum sozialen Projekten wie etwa der Tafel zugute. Gerade die Tafel ist eine sehr wichtige Einrichtung, leider gibt es immer mehr Menschen die sich das Leben und das Essen nicht mehr leisten können. In der Tafel werden Menschen mit geringem Einkommen unterstützt. Wöchentlich einmal gibt es eine kostenlose Lebensmittelabgabe. Bürgermeisterin Hedi Wechner sieht die Aufgaben des Roten Kreuzes mittlerweile sehr vielschichtig. Ich bin persönlich sehr stolz auf dieses Sozialzentrum, nicht nur aus Liebe zum Menschen sondern aus reiner Notwendigkeit. Solche Einrichtungen wird es in Hinkunft in vielen Städten geben müssen.

Peter Mader wies darauf hin dass man bestrebt ist nachhaltige Projekte zu installieren denn nur dies hat auch eiinen gewissen Sinn. So wird im Herbst in Wörgl ein Lernhaus eröffnet wo sich Lernschwache Lernhilfe erfahren. Peter Mader hatte zum Schluss noch Arbeit für einige Ehrengäste da noch nicht alles eingeräumt war mussten ausgewählte Ehrengäste mit anpacken und die letzten Möbelstücke ins Warenhaus schaffen.

Mag. Vieider vom Landesverband sieht im neuen Wörgler Sozialzentrum eine Signalwirkung für andere Landes- und Bezirksstellen. Er wies darauf hin dass Österreich weit nicht weniger als 80.000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter rund um die Uhr für die Menschen da sind.

Pfarrer Jonischkeit wies darauf hin dass gerade in Zeiten vom Flüchtlingsstrom gewisse Gesetze und Bettelverbote erlassen werden damit wir die immer größer werdende Armut nicht mehr so sehen oder nicht sehen müssen!

Bernhard Eder und Peter Schollerer (Teamleiter d. Sozialzentrums) wurden von Bezirksstellenleiter Heinrich Schärfler mit der Henry Dunant Medaille ausgezeichnet.
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