07.04.2016, 12:49 Uhr

Klares Nein zur Abschaffung des Bargeldes

WK-Präsident Jürgen Bodenseer und Staatssekretär Harald Mahrer (r.) präsentierten eine Umfrage zum Bargeld (Foto: WK)

WK-Präsident Jürgen Bodenseer und Staatssekretär Harald Mahrer sind sich einig.

TIROL. Seit einem Jahr läuft eine europaweite Debatte um unser Bargeld, auch die Abschaffung der 500-Euro-Banknote ist Thema. "Österreichweit lehnen 92,5 Prozent der Menschen die Abschaffung des Bargeldes ab, sagt Staatssekretär Harald Mahrer, der auf Tirolbesuch weilte. "Es geht nicht nur um die Freiheit der Bezahlart, es geht auch um den Datenschutz der Menschen", sagt Mahrer, der durch die Abschaffung des Bargeldes keine bessere Möglichkeit sieht, Terror, Geldwäsche oder Steuerhinterziehung zu bekämpfen. „In Wahrheit geht es um das Sammeln und Verwerten von Daten und darum, Staatsschulden auf Kosten der Sparer abzubauen.“ Rund 30 Prozent der Bargeldmenge in Europa entfallen auf den 500-Euro-Schein.

Drei Mrd. Euro Bargeld in Tirol

Rund 55 Millionen Geldscheine und 450 Mio. Münzen seien in Tirol im Umlauf, das entspräche etwa drei Milliarden Euro Bargeld, erklärt WK-Präsident Jürgen Bodenseer, der die Ergebnisse einer Blitzumfrage zum Thema präsentierte: „95 Prozent der Tiroler Unternehmer sind gegen die Abschaffung des Bargeldes und 69 Prozent finden eine Bargeldobergrenze für wenig sinnvoll.“ Die Gründe: Verlust der Privatsphäre (82,1 Prozent), fehlende Flexibilität (69,9 Prozent) und gesellschaftliche Gründe (53,2 Prozent). Im Moment sind in Tirol drei Milliarden an Bargeld im Umlauf und knapp 93 Prozent der Österreicher zahlen mehrmals pro Woche bar.
„Nicht der Bürger, sondern der Staat muss gläserner werden und seine Entscheidungen transparenter machen“, waren sich Bodenseer und Mahrer einig.

Ergebnisse der Blitzumfrage:
Was die Tiroler Unternehmer von der Abschaffung des Bargelds halten
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