29.07.2016, 14:36 Uhr

Brau Union-Österreich-Chef Liebl: Zehn Millionen Halbe Bier mehr

Brau Union Österreich-Chef Markus Liebl wünscht sich einen August, der Durst auf Bier macht: "Wir wünschen uns 28 bis 30 Grad, wenig Regen und leichten Wind." (Foto: Brau Union)

Generaldirektor Markus Liebl will heuer mit der Brau Union Österreich die 700 Millionen Euro-Umsatzgrenze überschreiten – drei Viertel des Zuwachses kommen aus dem Export.

LINZ (win). Ein "super erstes Halbjahr mit deutlichem Plus bei allen Marken" hat die 2200 Mitarbeiter zählende Brau Union Österreich laut Generaldirektor Markus Liebl hinter sich. Das hänge natürlich stark mit der Fußball-Europameisterschaft zusammen. Derzeit liege man 50.000 Hektoliter über dem Vorjahr – sprich zehn Millionen Halbe Bier. "Wir erwarten, dass wir beim Umsatz die 700 Millionen Euro-Grenze inklusive Biersteuer überschreiten", so Liebl. Er hofft auf einen August, der den Bierdurst fördert: "Wir wünschen uns 28 bis 30 Grad, wenig Regen und leichten Wind", skizziert er das Bierbrauer-Idealwetter.

Deutsche durstig auf Gösser-Naturradler

Drei Viertel des bisherigen Zuwachses kommen aus dem Export: "Die beste Entwicklung hat Deutschland, wo wir mit dem Gösser Naturradler heuer bereits auf geschätzte 70.000 Hektoliter kommen werden. In ein bis zwei Jahren dann auf 100.000 Hektoliter." In Italien werde weiterhin gerne Zipfer getrunken, und auch in China stillt die Brau Union bereits den Bierdurst. "Und in Russland verkaufen wir heuer rund 400.000 Hektoliter, die dort in Lizenz gebraut werden", so Liebl. Durch die Vor-Ort-Produktion sei man von den Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht betroffen. Die Brau Union liefert inzwischen bereits drei bis vier Prozent des Umsatzes des gesamten Heineken-Konzerns in Russland.

Neues Zipfer-Produkt und eigener Cider

Elf bis zwölf Prozent des Brau Union-Umsatzes entfallen bereits auf alkolfreie oder -arme Biere. "In drei Jahren dürften wir bei 15 Prozent sein", so Liebl. Man erschließe dadurch neue Zielgruppen: "50 Prozent der Radler-Konsumenten sind Frauen".
Insgesamt bietet die Brau Union Österreich 100 Biersorten an. "Im Herbst wird ein neues Zipfer-Produkt präsentiert – als Antwort auf den Craft-Beer-Trend", verrät Liebl. Diesen Trend, der immer mehr kleine Anbieter mit selbst gebrauten Bieren hervorbringt, sieht Liebl grundsätzlich als Bereicherung für die Bierkultur – "auch wenn nicht immer gute Qualität geliefert wird." Der Brau Union-Spezialbrauerei brachte er aber jedenfalls eine Erweiterung durch entsprechende Zuwächse.
Zuwächse erwartet sich Liebl auch beim Cider-Konsum in Österreich. 10.000 Hektoliter der Fremdmarke Strongbow verkaufte die Brau Union im Vorjahr. Für heuer plane man doppelt so viel und: "Wir wollen ein österreichisches Produkt auf den Markt bringen, mit Äpfeln aus Österreich." Gepresst werden die Äpfel bei Fremdfirmen, das Vergären und Aromatisieren werde die Brau Union selbst machen. Als Standort sei Wieselburg geplant, so Liebl.

Heimische Rohstoffe - "wir haben auch unsere Konsumenten hier"

Wie künftig beim Cider setze die Brau Union beim Bier schon seit jeher auf heimische Zutaten: "In der Brauerei Zipf kommen 80 Prozent der Rohstoffe aus Österreich, etwa der Mühlviertler Hopfen. Zipf ist unser Schwerpunkt-Standort für Hopfentechnologie, dort verwenden wir als eine der wenigen in Österreich Naturhopfen und keine Hopfen-Pellets."

Weitere Investitionen in Brauerei Zipf

262 Mitarbeiter sind in Zipf beschäftigt – darunter in Zusammenarbeit mit der Vöcklabrucker assista auch vier Menschen mit Beeinträchtigungen. An der Zahl soll sich in den kommenden Jahren nichts ändern – im Gegensatz zum Standort: Knapp fünf Millionen Euro investierte die Brau Union in den letzten eineinhalb Jahren in neue Maischbottiche, Malzsilos und eine Hallenerweiterung. "Für 2017, 2018 ist eine neue Fassfüllanlage um cirka drei Millionen Euro geplant", so Liebl. Ein langfristiges Bekenntnis zum Standort.

"Langfristig beim LASK – wenn alles passt"

So sieht Liebl auch das Engagement als Sponsor beim Fußballverein LASK mit der Marke Zipfer: "Bei Sturm sind wir mit Puntigamer seit 20 Jahren. Fußball ist uns sehr wichtig. Wenn alles passt, soll es auch eine langfristige Partnerschaft mit dem LASK geben – unabhängig von einem Aufstieg in die erste Spielklasse."
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