31.05.2016, 10:27 Uhr

Sprayer vor Gericht: Puber muss für zehn Monate hinter Gitter

In ganz Wien findet man die Schriftzüge "Puber" des schweizer Sprayers Renato S. (Foto: Anderer)

Mitte April wurde der "Graffitikünstler" Puber beim Stehlen eines Fahrrades erwischt. Bei der Festnahme verletzte der Sprayer einen Polizisten. Beim Prozess am 31. Mai wurde er zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt.

MARGARETEN. Der "Graffitikünstler" Puber, der seit 2013 in ganz Wien auf sämtlichen Hauswänden, Rolläden und öffentlichen Flächen seinen Schriftzug hinterlässt, stand am 31. Mai zum zweiten Mal im Landesgericht Wien vor dem Richter. Dieses Mal ging es jedoch nicht nur um Sachbeschädigung, sondern auch um Diebstahl und Körperverletzung. Nun muss Puber für zehn Monate ins Gefängnis.

Der Tatbestand: Mitte April wurde Renato S., wie der schweizer Sprayer mit bürgerlichem Namen heißt, von Polizeibeamten in Margareten beim Stehlen eines Fahrrades ertappt. Damit nicht genug, widersetzte sich Puber der Festnahme und verletzte einen Polizisten mit Tritten. Vor Gericht erklärte Puber, dass es sich bei dem "gestohlenen" Fahrrad um sein eigenes handelt, für dessen Schloss er den Schlüssel verloren hatte. Die Tritte auf die Polizisten rechtfertigte der Sprayer als "instinktive Schutzbewegungen", da er die Zivilbeamten für Tschetschenen hielt.

Körperverletzung und illegaler Waffenbesitz


Laut Richterin Elisabeth Reich könnte die Geschichte des eigenen Rades wahr sein, verurteilte Puber aber wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwerer Körperverletzung sowie illegalen Waffenbesitzes (der Sprayer trug ein Butterflymesser bei sich) zu einer unbedingten, zehnmonatigen Haftstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bereits vor zwei Jahren wurde der "Graffitikünstler" aus Zürich in Wien verhaftet und wegen Sachbeschädigung zu einer Geld- und Freiheitsstrafe verurteilt. Doch nicht nur als Kleinkrimineller hat sich Puber einen Namen gemacht: Durch zwei Ausstellungen, die seine illegalen Graffiti zeigen, - eine fand sogar in der renommierten Innenstadtgalerie "Ho Gallery" statt - darf sich der Vandale offiziell über einen Künstlerstatus freuen.

Hintergrund

Bericht: Vom Vandalen zum Künstler
Bericht: Schweizer Sprayer in Wien verhaftet
Kommentar: 5 Minuten Wien: Puber
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Karl B. aus Liesing | 31.05.2016 | 14:41   Melden
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